Saturday, March 16, 2013

Marken, Umbrien, Toskana

1. Tag: Samstag: 31.12.2011

Da Franzi eine stressige erste Ferienwoche hinter sich bringen musste, mit Schikurs und Inventur, wird erst am Samstag Vormittag alles Zubehör in den Landy gepackt, der Dachträger aufgeladen und um 13 Uhr starten wir los in Richtung Süden. Das Ziel wird erst kurzfristig festgelegt, der Womoführer  Umbrien und 
San Leo
Marken von Margit und Erich ausgeborgt. Wie gewöhnlich tanken wir in Muta günstig Treibstoff, 1,277€ pro Liter. Bei Lavamünd zielen wir Richtung Autobahn, die wir dann über Villach, Tarvisio, Venezia, Padova, Rovigo, Ferrara, Bologna und Forli bis Rimini folgen. In San Marino checken wir am Campismo erst um 21 Uhr ein. Die Autobahnmaut beträgt gesamt 30,80 € und für das internationale Camp werden 37,08 € veranschlagt. Franzi spendiert einen Piccolosekt, mit dem wir genüsslich auf unsere Silvesterreise anstoßen. Es ist für uns immer ein besonderes Erlebnis, im alten Jahr wegzufahren und im neuen Jahr wieder zu Hause anzukommen. Wir stoßen auch auf noch viele weitere gemeinsam erlebte Abenteuer an.

2. Tag: Sonntag: 1.1.2013

St. Agata di Feltre
Nach einer wunderbaren Nacht ruft San Leo nach uns, wir sind begeistert und sehen uns die Burg an. Der Blick über das umliegende Hügelland ist fantastisch, schneebedeckt und das bei blitzeblauem Himmel. Wir entdecken auch unterhalb von San Leo einen tollen Stellplatz, gratis mit Stromversorgung und direktem Stiegenaufgang zur Festung. Herz was willst Du mehr! Die netten kleinen Tavernen laden zum Essen und Wein trinken ein. Mitten im Ort finden wir auch eine entsprechende Trattoria, wo man uns verwöhnt. Danach zieht es uns wieder weiter nach Novafeltre und S. Agata di Feltre, wo wir uns in einem kleinen Cafè bei Chocolata und 4 Stück Weihnachtskuchen laben. Einschließlich Trinkgeld bezahlen wir 6 €, wo gibt es das noch bei uns. Das Schlafen ist kostenlos, wir saugen Strom von der Zapfsäule und haben auch 2 große Womos als Gesellschaft. Der Stellplatz ist gigantisch groß, er dient zur Trüffelzeit auch als Auktionsplatz. Da werden wir im Herbst mal wieder  kommen müssen. Durch die früh eintretende Dunkelheit, sind wir bald in den Schlafsäcken kuscheln und der Konvektor vom Hofer heizt fantastisch, der umliegende Schnee schmilzt über Nacht :-)

3. Tag: Montag: 2.1.2012:

Urbania
Wir begeben uns nach Urbania, das unter dem Schutz von UNESCO steht. Wir parken am großen Busparkplatz und steigen hoch zur Fortezza und besichtigen den Palazzo Ducale, wo leider Innenaufnahmen verboten sind. Anschließend lassen wir uns von einer Ankündigung für eine Pizzeria leiten und essen hervorragende Pizza Napoli und Grantinata mit ½ Liter Wein, Wasser und Salat um 28 €. Für das Parken müssen wir 4,8 Euro berappen. Weiter geht es nach Fano, wo wir auf Anhieb den Stellplatz am Meer finden. Vielen Womos belegen den Platz, wir bezahlen die freiwilligen 5 €, Franz stellt den Landy aber fernab der anderen, sodass wir heute Nacht ohne Strom auskommen müssen. Wir unternehmen einen Spaziergang ins Centro, das uns aber aufgrund der Dunkelheit verborgen bleibt, wir schlendern entlang der Strände mit den gestreiften Hüttchen. Um 18 Uhr sind wir wieder zu Hause, jausnen kräftig und um 20 Uhr schlafen wir schon. Wir lieben die langen Nächte im Landy!

4. Tag: Dienstag: 3.1.2012:

Gola del Furlo
Um 7 Uhr 15 stehen wir auf, es ist trüb und hat 6° und um 8 Uhr 45 sind wir zur Abfahrt bereit. Wir nehmen die Schnellstraße zurück Richtung Urbania, suchen die Schlucht Gola del Furlo, versäumen aber die Abbiege nach Urbino, daher geht es nach der Tankung direkt über Gubbio nach Assisi. Hier halten wir uns an den Camping Tipp Fontemaggio oberhalb der Stadt, wo wir fürs Übernachten mit Strom und Heißwasser 19 € bezahlen! Zu Mittag kochen wir Nudeln, wandern den Fußweg hinunter in den Wallfahrtsort, besichtigen die beiden großartigen Kirchen und abends schlagen wir im Campingresti zu bei Torta Verdura, Polenta mit Bohnen, Antipasti misti, Beefsteak vom Rost, Dolci misti und Apfeltorte. Für alles berappen wir 44,50 €. Franzi, wir werden uns noch lange an dieses fulminante Restaurant erinnern. Weißt Du noch, als Du mich auslachtest, weil ich einen Tisch reserviert hatte? Und als die Schlange vor dem Restaurant immer länger wurde, wir aber schön warm am Ofen sitzen konnten?

5. Tag: Mittwoch: 4.1.2012:

Jausenplatz vor der Abtei San Pietro

Um 7 Uhr stehen wir auf, duschen unter herrlich warmen Wasser und bei 9° um 9 Uhr 21 verlassen wir den lauschigen Wald. Zuerst steuern wir Spoletto an um den Duomo zu besichtigen und das WC des Forum Romanums auszuprobieren. In Spoletto gibt es alljährlich das Festival del Due Mondi, man sieht noch überall Plakate davon. Viele Musik und Theaterdarbietungen werden kostenlos veranstaltet, damit man Fremde anlockt. Stattdessen fahren wir durch den 4 km langen Tunnel in das Neratal, ins sogenannte Valneria. In Scheggino versuchen wir ein Eßlokal zu finden. Das Ristorante del Ponte ist uns zu teuer, die Osteria mit der Trote chiuso, eine Pizzeria ist noch ohne riscaldimento, also bleibt nur der Alimentari,
Franzi entziffert alte Schriften in Narni
 wo wir Riesenoliven, Weissbrot, Rosinenbrot à la Convento kaufen. Wir fahren zur Abtei von San Pietro, lassen uns die Jause im Olivenhain Parkplatz schmecken und umrunden das Kloster. Die Öffnungszeiten sind leider außer Reichweite, also fahren wir nach Ferentillo, um die Mumien, die wir in Urbanio versäumt hatten, hier zu besichtigen. Durch einen speziellen Pilz in der Erde, wurde der Zersetzungsprozess aufgehalten und man kann ein chinesisches Ehepaar, das auf der Hochzeitsreise gestorben war, einen Gehängten und derlei mehr Gestalten bestaunen. Man kauft die Eintrittskarte eine Etage tiefer im Ort und ein Mädchen begleitet uns und versucht alles zu erklären. Der Stellplatz im Ort Ferentillo gefällt Dir Franzi zu wenig,
Spaziergang durch Narni
 der Camping Agroturismo Arrone ist in Sichtweite, der Garten liegt aber an der Straße. Wir finden die Wasserfass Stelle und fahren 10 km zum Piediluco, queren den Ort am See, lassen ein Womo am großen Parkplatz mit dem Schild „Vietato Campeggio“ hinter uns. Die nächste Übernachtungsmöglichkeit ist Cascata Marmore, zuerst gelangen wir zum Platz inferiore und dann über Terni zum Platz superiore. Der originale Platz ist gesperrt, aber wir stellen uns auf einen großen beleuchteten Parkplatz in Womogesellschaft. Wir jausnen den Kuchen des Konvents zusammen mit Pfefferminztee und Kaffee und auch die Trockenkirschen aus der Türkei müssen dran glauben. Um 20 Uhr legen wir uns in die Schlafsäcke, aber um 2 Uhr morgens gesellt sich ein Pärchen an unsere Seite, zumindest hört es sich an, als ob die direkt neben uns stünden. Die Frau scheint betrunken zu sein, die Fahrzeugtüren werden ununterbrochen auf und zu geknallt und man hört immer „Mama mia“.

6. Tag: Donnerstag: 5.1.2012:

Franzi vor der liegenden Frau in Bomarzo
Irgendwann ist dann Ruhe eingekehrt, die Störenfriede der Nacht verschwunden, wir verlassen um 8 Uhr 32 bei 6° den Ort in Richtung Terni und über die SS3 geht es nach Narni, der Ort ist herzig. Auch gibt es unterirdische Gänge, die es wert wären, besucht zu werden. Leider sind die Öffnungszeiten im Winter so spärlich, dass uns die Zeit davon laufen würde, wenn wir warten täten. Wir besuchen einige Kirchen und begeben uns auf die Suche nach Bomarzo. Zuerst geht es über die SS3 in Richtung Rom und bei C. Castelana retour nach Gallese, Richtung Viterbo biegen wir falsch ab und sehen dunkelhäutige Frauen als sie auf Freier warten. Über die Schnellstraße gelangen wir direkt nach Bomarzo und finden auch den Wegweiser zum Il Parco di Mostri di Bomarzo und zahlen 2 mal 10 € Eintritt. Wir spazieren durch den Sacro Bosco und bestaunen die Fabelwesen aus Stein, die Vicino Orsini der Fürst Bomarzos hier aufstellen ließ. Der Parkplatz vor dem Garten bietet sich als Jausenplatz an. Er ist sonnig und hat ein WC. Uns treibt es nachher weiter Richtung Viterbo über die SS1 nach Montefiascone und Bolsena und schließlich über die S74 nach Pitigliano und um ca. 16 Uhr sind wir im heiß ersehnten
Franzi als Neptun in Saturnia
Saturnia. Neben den heißen Quellen gibt es einen großen Stellplatz, wieder sind viele Womos neben uns, aber wir legen uns in die Fluten und nach der Waschung kehren wir im Restaurant neben der Tankstelle ein. Es gibt erst um 19 Uhr 30 Abendessen, daher kommt unser Zeitplan durcheinander, wir kommen heute später ins Bett. Entschädigt werden wir mit 2 Bicchiere Vino auf Kosten des Hauses und die Tagliolini pirati und verdura alla griglia, bresaolo und Wildschweinbraten, ½ Wein und Wasser kosten 43 €. Wir leben nicht nur in Frankreich wie die Götter, sondern auch hier in Italien.Danke lieber Franzi für den herrlichen Thermenaufenthalt!

7. Tag: Freitag:6.1.2012:

San Galgano


Um 9 Uhr 30 fahren wir ab nach Semproniano, Roccalbegna, Triana, Arcidosso, Roccastrada, Monticciano über die S73, danach über die Abbiege 441 Richtung Massa Maritima nach San Galgano. Der Parkplatz ist um diese Jahreszeit kostenfrei. Wir kochen  Nudeln hier und wandern im eisigen Wind hinauf zur Kirche, wo wir uns mit Wein von Aviano von San Eremo eindecken, den uns der Kirchenwart empfiehlt und schlendern auf der anderen Hügelseite hinunter zur Klosterruine, bezahlen den Eintritt von 2 €. Zum Übernachten ist es hier noch zu früh, aber wohin  nun. Wir entscheiden uns, nach Colle di Val d’Elsa zu tuckern, um zu entdecken, dass wir schon mal hier waren. Franzi, Du hast es vorher schon gewusst, aber ich wollte es erst glauben, als ich es selbst sah. Danke, dass Du trotzdem mit mir nochmals da warst. In San Gimigniano finden wir den Camping Sosta St. Chiara , der Platzwart schickt sogar einen Mopedkeiler aus, damit er die Riesenwomos hier her lockt. Der Owner macht das Geschäft des Jahrhunderts. Zwischen 50 und 60 Womos zähle ich. Außerdem wird gekocht und gebraten, dafür gibt es nur eine Dusche und ein Klo. Wir kaufen im Centro Storico Wildschweinwurst und Brot und trinken den Klosterwein dazu im Landy. Das Camp kostet heute 22 €, dafür erhalten wir Strom ohne Ende und heizen auch was das Zeug hergibt. Wieder schmilzt der Schnee um uns herum.

8. Tag: Samstag: 7.1.2012:

Stellplatz Il Mulino sul Po bei Occhiobello
Heute geht es um 9 Uhr 30 los, die Scheiben sind gefroren, wir fahren über Poggibonsi, Certaldo, Empoli nach Vinci. Im Supermercato kaufen wir vorher noch Käse, Wasser, Brot, Küchenrolle, Oliven, Datteln und trockene Aprikosen. In Vinci spazieren wir durch den Ort und Franzi hebt Geld ab. Es geht weiter nach Pistoia über den Passo di Collina, wir versäumen die schönen Jausenplätze, daher müssen wir notgedrungen einen Mistplatz aufsuchen. Aber eine Radlergruppe ruft uns trotzdem Buon Appetito zu. Die Sonne strahlt, das Essen schmeckt uns, was wollen wir mehr? Weiter rollen wir über Cereglio, Montepastore im wunderschönen Hochland und bei Monte San Giovanni umfahren wir Bologna. Wir tanken den Landy in weiser Voraussicht voll, da wir morgen geschlossene Tankstellen jenseits der Autobahn vermuten. Unsere Tour führt uns über Zola, Castelmaggiore, San Giovanni in Persiceto, Cento und San Agostino, bis wir endlich in Ferrara und Occhiobello ankommen. Das gesuchte Ristorante il Mulino finden wir und der Stellplatz am Po wäre super, doch chiuso per ferie. Immer um diese Zeit hält es geschlossen. Den Platz müssen wir uns dennoch merken. Wir trauen uns jedoch nicht ganz alleine, hier zu verbleiben und fahren über Rovigo, Monselice nach Montegrotto um festzustellen, dass der einzige Camping Platz geschlossen hat und erst am 3.3. öffnet. Wir bewegen uns weiter nordwärts über Padova, Vigonza, Dolo, Mira, Mestre nach Jesolo und Punta Sabbione, wo wir am Fährparkplatz die Nacht verbringen. Um 21 Uhr finden wir noch 3 Womos an Ort und Stelle.

9.Tag: Sonntag: 8.1.2012:

Um 9 Uhr bei 1,8° und stahlblauem Himmel, fahren wir Richtung Eraclea, nach Latissana und über die SS14 nach Palmanova und Udine. In Venzone in der Bar dal Bruno gibt es Hausmannskost wie Polenta con fromaggio, gnocchi al ragu, Bistecchi und insalata mista, minestrone verdura, Fagoli insalata und strudel di mele. Mit ¼ Vino und ½ aqua zahlen wir 44,60€. In Tarvis fahren wir erstmals auf die Autobahn und über Villach, Klagenfurt, Völkermarkt gelangen wir nach Lavamünd und in Muta wird der Landy voll getankt, bevor wir über den Radlpaß nach Deutschlandsberg zurück kehren.


Wednesday, December 14, 2011


Ostanatolien

10.9.2011 bis 4.10.2011



1. Tag: Samstag: 10.9.:
Um 7 Uhr 32 verlassen wir unser Haus, um über Eibiswald, Radlje und Muta,
wo wir noch günstigen Treibstoff fassen und um ca. 10 Uhr erreichen wir anstandslos in Villach die Udinestraße. Wir müssen zuerst unter einer Abmessung durchfahren, damit man sieht, dass wir wirklich mehr als 2 Meter in der Höhe benötigen. Wir dürfen auch gleich einchecken,
dann aber heißt es warten auf die Aufladung der Fahrzeuge und erst dann darf man einsteigen. Wir haben Wagen 2, Abteil 3 Platz 30 und 31. Zuerst hoffen wir, dass wir alleine bleiben dürfen, aber leider bleibt unser Wunsch unerfüllt. Fatma und ihr Mann, die in der Nähe von München wohnen, stoßen zu uns.
Sie fahren auf Urlaub in ihr zweites Zuhause in ein Dorf bei Bursa. Wir jausnen das Mitgebrachte und am Abend essen wir eine Linsensuppe und für Franz gibt es als Alternative zum Huhn leider nur Käsetost. Das Abendbier bleibt uns verwehrt, da die „Jungs“, ein Kugelblitz mit Spitzbauch und der Glatzkopf soviel gesoffen hatten. Na ja bin mal gespannt, wie die mit soviel Restalkohol morgen die Mopeds starten werden. Außerdem lernen wir noch einen Wiener Frühpensionisten kennen, der erst Ende Oktober wieder zurückkehren wird und der den Iran bereisen möchte. In der Nacht haben wir wenig Ruhe, denn die Grenzer bei SLO, HR, SRB, Mak und Bulgarien müssen sich wichtig machen.
163 km heute gefahren

2. Tag: Sonntag: 11.9.:
Die Sonne begrüßt uns aufs Herzlichste, aber wir haben sehr viele Stehzeiten. Wir haben das Gefühl,
wir müssen die Zeit absitzen, da wir sonst zu früh ankommen würden. In Bulgarien bekommen wir eine Stunde dazu, das heißt es ist gleich einmal um 60 Minuten später. Wir plaudern im Resti mit dem „Steinbauerähnlichen Schnurrbartträger“ über Persien, dass es in Dogubayazit nur so von Kontrollen wimmeln soll, dass wir uns vor den Steinewerfenden Kindern in Acht nehmen sollten und dass er irgendwo im Gelände mit seinem Zelt nächtigen wird und dass seine Frau Gott sei Dank so tolerant ist, sodass er so lange weg bleiben darf. Außerdem hat sein Sohn auch einen Landy, den er sich mal ausborgen möchte,
um auch mal komfortabler die Türkei bereisen zu können. Leider wird der Frühpensionist durch einen kettenrauchenen Buchschreiber flankiert, somit wird ein weiteres Aufhalten im Resti unmöglich. Wir trinken zwar nach dem Frühstück ein Bier, aber als der Rauch zu beißend wird,
suchen wir um ca. 14 Uhr unser Abteil wieder auf. Wir erhalten von unseren gastfreundlichen Abteilskollegen einige Hefepäckchen, die mit Spinat aus dem eigenen Garten, Schafkäse, Zwiebeln, Paprikapulver gefüllt sind. Sie schmecken sehr gut, aber auf die Dauer wären sie mir zu fettig. Im Resti hatten wir von einem Mitreisenden einige süße Weckerln bekommen. Einer sagt: „ankommst in Edirne 18 Uhr“, worauf wir Freudenausbrüche erleben und unsere Betten leichtsinnigerweise aufgeben.
Leider folgen wieder viele Stehzeiten und die Bulgaren möchten Käse verkaufen, unser Abteilkollege fragt, ob Erdäpfel untergemischt seien. Der Verkäufer wird es uns, wenn es wirklich so ist, bestimmt auf die Nase binden. An der Einreisegrenze zur TR schläft der Visumverkäufer, weil wir zu früh ankommst.
Er ist zwar schon alarmiert, aber wozu sollte er Eile aufkommen lassen. Unser Abteilskollege nimmt sich unser rührend an, er spricht für uns und zeigt uns wo alles ist. Nach dem Kleben des Visums, müssen wir wieder zur Polis. Die deutschen Freunde können sich dieses Prozedere und 15 € ersparen. Die mitreisenden Personen werden schon ungeduldig, da ein kleines Häufchen Menschen die Weiterreise unerklärlich verzögert. Endlich in Edirne angelangt, beginnt erst recht der Papierkrieg. Zuerst müssen alle aussteigen, dann dürfen die Fahrzeuglenker auf die Entladerampe und das Mobil auf die Parkfläche holen. Ein Angestellter ist zuständig, alle schnell weiter zu winken, sodass die Hinterbliebenen mit dem Hab und Gut möglichst weit schleppen müssen. Irgendein Idiot weist uns auf einen Parkplatz,
von dem wir erst wieder wegkommen sollten, als alle anderen Fahrzeuge das Gelände verlassen haben. Ja, das ist Organisation. Zum auschecken teilte man uns mit, dass auf unserer Bordingkarte eine Nummer stehen sollte und nach der werden wir aufgerufen. In der Praxis jedoch entsteht ein Kuddelmuddel von den diensthabenden Schaltern, daher verzögert sich der Kram weiter.
Wie schon vorhin erwähnt, parken wir äußerst ungünstig, da der Landy zu hoch für das Dacherl ist. Als uns endlich ein umsichtiger Mitarbeiter am Dacherl vorbeiwinkt, werden die Zöllner auf uns aufmerksam und filzen uns komplett. Die Einrichtung ist ebenso interessant, wie der Inhalt der Dachbox. Franz steigt unter Einsatz seines Lebens auf die Dachreling, um den Koffer zu öffnen und der vorwitzige Zöllner glaubt vielleicht, dass wir die Box herunterheben können.
Der hat vielleicht Nerven. Wir versuchen noch heraus zu finden in welcher Richtung der Campingplatz sein könnte, jedoch aussichtslos. Als wir unsere Freiheit wieder erlangen, suchen wir eine Tankstelle auf, um Geld zu wechseln, da wir an der Grenze von einem Beamten zum nächsten vertröstet werden. Wir erhalten zwar für 50 € nur 120 Tl, aber wenn wir auf die Autobahn möchten, brauchen wir Moneten. Zuerst fragen wir noch einige Leute bezüglich Campingplatz und als wir endlich einen finden, hat der Grand Omür Camping natürlich schon geschlossen. Mangels an Leuten oder jahreszeitlich begründet, erübrigt sich. Zu später Stunde machen wir uns auf den Weg Richtung Istanbul und als wir so ca. um 2 Uhr morgens so wirklich müde sind, suchen wir eine gut beleuchtete Tankstelle auf und stellen uns davor auf. Einige Rumänische Zeitgenossen haben schon dasselbe vor uns getan.
66 km heute gefahren

3. Tag: Montag: 12.9.:

wir stehen um 7 Uhr 30 auf, frühstücken im Landy und Franz versucht das rückwärtige Lämpchen zu reparieren.
Als das Unterfangen auch mittels einer aus dem Straßenmüll entfernten Stück einer Aludose, das als Beilagscheibe fungieren sollte, erfolglos bleibt, suche ich den Laden der Tankstelle auf, zeige dem Verkäufer die alte Lampe und deute, dass das Zäpfchen an der falschen Stelle liegt.
Der Gute meint kurz, „i know“, gibt mir ein neues Lämpchen zur Probe mit und siehe da, es passt und leuchtet seitdem noch immer ohne Wackelkontakt und kostet gerade mal 2 TL! An der Autobahnauffahrt sind wir wieder überfordert. Nehmen wir den Automatic Gecis oder KGS? Wer kann uns das sagen.
Wir entscheiden uns für den „Automatc etc“ und kurz vor Istanbul gibt es unmittelbar bei der Zahlstelle einige KGS Schalter. Ich erfrage, dass die Karte 50 TL oder 25 Euronen kostet – so ein Wucher, einerseits der Umrechnungskurs und zweitens, wenn das für dieses eine Teilstück sein sollte, dann „habe die Ehre“. Bis man mir endlich erklären kann, dass man mit der Karte bei allen Stationen durchkommt,
sind wir beruhigt. Um 12 Uhr 30 passieren wir die Bosporus Brücke und ein Straßenschild begrüßt uns mit „Welcome to ASIA“. Endlich ist es soweit, wir haben Europa verlassen. Die Fahrt durch Istanbuls Vorstädte dauert lange, aber verläuft zivilisiert. Endlich erreichen wir Kocaeli, vorbei am Sapanca Gölü, fahren bei Sakarya ab und erreichen über eine schöne Straße Karasu,
am Karadeniz = Schwarzmeer, wo wir eine am Strand eine Kochpause einlegen. Da es sehr windig ist, kochen wir im Auto. Es gibt gebratene Melanzani aus eigener Zucht mit Käse und Chili und einen Salat aus Gurken, Tomaten, Käse und Knobli.
Nach der Stärkung finden wir kurz vor Akcakoca das Camp Deniz. Die Leute sind nett. Ein Gast übersetzt für uns, man lädt uns zum Abendessen ein. Es gibt Eintopf aus Fleisch und Gemüse. Für mich bleibt ein Pilau (=Reis) Das Camp kostet 25 Tl und das Bier 5TL. Ich dusche in der Baracke, das Wasser ist entweder eiskalt oder siedend heiß, aber man behilft sich mittels Eimerl in dem man beide Temperaturen mischt und sich das Wasser anschließend überschüttet. Normalerweise findet man diese Eimerl nur in den Fußstapfen WCs ohne Spülung. Aber es sieht noch recht neu aus, also wasche ich mir die Haare. Franz zieht die Eigendusche vor, die kann aber nur nachts ausgeführt werden, weil uns noch der Duschvorhang fehlt und das Wasser ist kalt.
470 km heute gefahren

4. Tag: Dienstag: 13.9.:
Das Frühstück nehmen wir im kalten Wald des Camps ein und leider ist Roberts Brot schon schimpelig.
Man kann es durch „Abkratzen der äußeren Schicht“ noch teilweise genießen. Den Rest müssen wir leider entsorgen – schade. Um 9 Uhr fahren wir nach Akcakoca, ich wechsle in einer Bank 400 Euro zu 960,60 TL. Zuerst muss ich an einem Automaten ein Ticket ziehen und da meine Nummer noch lange nicht auf der Anzeigetafel aufscheinen wird, stelle ich mich auf eine dementsprechende Wartezeit ein.
Der Beamte, den ich eingangs zwecks „change“ befragt hatte, winkt mich jedoch gleich zu sich, kritzelt den Wechselkurs auf einen Zettel und nach meinem Kopfnicken beginnt er eine Rechnung auszustellen. Nun sind wir wieder flüssig und schlagen zu: Brot = ekmek, Oliven, Schafkäse, Aprikosen wechseln für 12 Tl in unseren Besitz und in einer wunderbaren Patisserie erobern wir einen Sesamring,
2 Weckerln mit Kartoffeln gefüllt, 2 Mandelkipferl und Kekse wechseln für 2 TL in unseren Besitz. Für das Parken müssen wir leider auch noch 2 TL berappen. Wir stiefeln eine Runde durch den Ort, der einen recht ansprechenden Park am Meer aufweisen kann. Dafür ist Eregli richtig schiach.
Wir beschließen einen Abstecher nach Safranbolu zu machen, fahren über Alapi und die gelbe Route nach Devrek und benötigen viel Zeit für wenig Kilometer, finden die Abzweige nach Karabuk, hier ist die Straße sehr gut,
obwohl sie auch gelb ist. Safranbolu gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Fachwerkhäuser sind teilweise restauriert und beherbergen Touristenkrimskrams. Alles steht im Zeichen der Safranherstellung und der Verkauf aller safranhältigen Produkte steht im Vordergrund.
Wir bezahlen 1 TL pro Person Eintritt für das Besichtigen der Kervanserai, ein wunderschönes altes Hotel. Es ist teilweise als Museum eingerichtet und man kann auch eine Suite bestaunen.
Am oberen Ende des Ortes sehen wir uns noch den Platz um das Aussichtscafé an, auch dafür werden 2 TL Eintritt verlangt. Da es schon zu fortgeschrittener Stunde ist, müssen wir das Weite suchen und als Campingplatz in Amasra finden.
Die Fahrt bringt uns vorerst über Bartin, wo wir auch gleich den Landy voll tanken und ca. 10 Kilometer außerhalb von Amasra Richtung Sinop finden wir die Yüksel Camping Pansiyon um 20 TL.
Zuerst glauben wir uns mutterseelenallein auf dem kleinen Aussichtsplatz mit winzigen Miethüttchen, aber bald kommt ein Nachbar, der den Besitzer verständigen will und danach kommt ein Campinggast spät im Dunkeln vom Strand herauf. Er zeigt uns die

Sanitäranlagen und kurz später erscheint auch der Besitzer, der jedem von uns die Hand schüttelt.
Als Franz in der Dusche das Warmwasser aufdreht, rinnt es über die Dachrinne vor den Hauseingang. Der Besitzer betritt die Türschwelle und hält die Hand unter den Wasserstrahl und führt sie zum Mund. Er kostet wirklich die Flüssigkeit, um festzustellen, woher sie kommt. Ich verkneife mir das Benutzen des zwar modern und neu eingerichteten WCs, denn auch nach mehrmaliger Betätigung der Spültaste, bleiben die Würstchen des Vorgängers an der Oberfläche schwimmen.
340 km heute gefahren

5. Tag: Mittwoch: 14.9.2011
In der Früh ist der Platz mit Müll übersät, leider haben die streunenden Hunde alle Mistkübel
durchwühlt und umgedreht, der Wind besorgt den Rest. Auch die wunderschön gelegene Bucht ist versifft. Um 8 Uhr 26 bei 17,5° verlassen wir den Ort des Geschehens. An der Küste finden wir eine landschaftlich wunderschön angelegte Straße, die leider durch mehrere Baustellen verdreckt und erschwert befahrbar ist. Wir bestaunen Kapisuyu I und II von oben und finden einen
schönen Wiesenplatz mit Miniäpfel und herrlich süßen Brombeeren. Gideros und Cide versäumen wir und in Inebolu wollen wir auf die Parkgebühr verzichten, daher fahren wir auch hier durch, zumal wir die schönen Holzhäuser schon woanders gefunden hatten. Unterwegs kaufen wir in einem kleinen Dorf an einem kleinen von Frauen jeden Alters betreuten Marktstandes Tomaten, Paprika, Weintrauben und Zitronen um 3 TL. In Abana parken wir ohne Gebühr und marschieren zu den Häusern mit Holzveranda, um sie zu fotografieren.
Dabei kommen wir auch am Markt vorbei. Ich kaufe zuerst je einen Sack mit grünen und roten Linsen und danach werden wir von einem Pensionisten ein ehemaliger Gastarbeiter aus Bregenz auf 2 Tees im öffentlichen Teehaus eingeladen.
Er ist stolz auf seine ehemalige Heimat und erzählt voller Wehmut von seinem Aufenthalt in Österreich. Er hatte zwar als Giesser und Asphaltierer sehr schwere Arbeit zu verrichten, aber es gefiel im offensichtlich. Er verdiente gutes Geld, sodass er sich hier 2 Wohnsitze leisten kann.
Eine kleine Wohnung in Abana kostet ca. 50€ Miete. Wir müssen uns wahrlich losreißen, er hätte immer weiter erzählt. Schließlich erreichen wir unser Tagesziel Sinop und finden im Camp Yuvam um 20 TL eine Bleibe. Das Camp ist zwar übervoll, aber am Vorplatz einem Asphaltparkplatz lässt es sich gut aushalten
und von hier können wir zu Fuß die Altstadt erkunden. Vorher werden wir von einem jungen Deutschen angesprochen. Er fuhr mit seinem Fahrrad von seinem Heimatort bis hierher und möchte bis nach Indonesien weiterfahren, aber ein Rahmenbruch seines Rades verhindert momentan die Weiterreise.
Sein Freund bringt gerade das kaputte Rad nach Istanbul und versucht es dort reparieren zu lassen. Wir besichtigen die Aladdin Cami, gleich gegenüber die Alaiya Medrese, die ehemalige Koranschule, die jetzt ein Café, einen Souvenierladen, einen Hagebuttenbiosaftladen und einen Kaffeestand beherbergt.
Wir sehen der Serapis Tempel, ich besteige den Uhrturm, soweit es in der Dunkelheit noch möglich ist und esse in einem der Hafenlokale Menemen, das ist eine Eierspeis mit Tomaten und Pfefferoni, ist zwar etwas fettig, schmeckt aber gut. Franz hält sich an einem Kebapähnlichem Gericht und Pommes schadlos. Für das Essen und 2 Biere zahlen wir 46 TL, das ist Wucher! Wir müssen in der Dunkelheit zurück zum Camp zu Fuß gehen. Zuerst kommen wir noch bei gut besuchten Lokalen vorbei, aber dann müssen wir durch eine stockdunkle Gasse, Franz zweifelt an meiner Orientierungsfähigkeit und meint: „das wird ja immer ärger“, als wir Mutterseelen alleine unterwegs sind. Unsere Schritte werden immer größer und schneller, aber wir erreichen unbeschadet unser Camp und beruhigen unsere Nerven mit dem Whiskey aus dem Österreichischen Spar Markt.
319 km heute gefahren

6. Tag: Donnerstag: 15.9.2011

Heute schaffen wir es bereits um 7 Uhr 22 bei 23° abzudüsen, weil wir ein rasches Indoor Frühstück vorziehen.
Die vielen Baustellen halten uns wieder auf, beim Bafra Delta ist es erstmals bewölkt. Samsun ist eine Riesenstadt, die sich entlang des Karadeniz erstreckt, es gibt jede Menge Hochhäuser und östlich davon beginnt die Schnellstraße.
Wir erledigen unseren heutigen Einkauf im kleinen modernen Lades eines ehemaligen Gastarbeiters aus Augsburg. Wir erhalten Brot, Butter, Pepperoni und Feigen um 3,5 TL. Von Samsun bis Terme führt die Schnellstraße weg vom Meer. Wir biegen bei Bokeman von der Schnellstraße ab und bleiben auf der alten Küstenstraße um an das Yason Burnu mit der gleichnamigen Kirche zu gelangen.
Hier jausnen wir einen griechischen Salat und als Nachtisch frische Feigen, nachdem wir zu Fuß den äußersten Zipfel des Caps erobert haben. Da durch die lange Fahrt und die Hitze meine Füße geschwollen sind, rasten wir nach dem Mahl noch mit hochgelagerten Beinen mittels Sessel mit Fußteil.
Da die Zeit zu schnell verstreicht, laden wir unser Hab und Gut wieder in die Dachbox am Landy und reisen ab. Wir durchfahren viele große Städte am Schwarzen Meer. Unter anderem Ordu mit der Seilbahn, die vom Strand auf den Hausberg führt. Giresun ist berühmt für seine Kirschen, der Name rührt auch daher, sie gelangten von hier nach Italien,
und für die Haselnüsse. Macka erreichen wir von Trabzon aus über die E97, von wo es anschließend zum Sumela Camping am Fuße des gleichnamigen Klosters gelangen. Der Platz ist gut ausgestattet und kostet auch 25 TL, wir nutzen die Dusche für die Körperpflege und machen erstmals Bekanntschaft mit richtigen Touristen.
Ein Womoflotte aus Deutschland besetzt den größten Teil des Platzes. Ein Wiener Ehepaar mit Caddy ist mit von der Partie und spät abends erreicht auch ein Spanisches Paar den Platz.
Ich koche Nudeln mit Melanzanisauce, als Nachtisch gibt es frische Feigen und Pistazien.
520 km heute gefahren

7. Tag: Freitag: 16.9.2011
Heute tratschen wir mit den anderen Gästen des Camps. Ich erfahre Wissenswertes von den Spaniern.
Sie waren in Kayseri bei einem Gleitschirmwettbewerb. Der Mann fuhr mit dem Womo direkt von Spanien in die Türkei und die Frau schloss mit dem Flugzeug auf. Sie berichten von Steine werfenden Kindern, ohne sich genau zu erinnern, in welchem Ort das war.
Ebenfalls erfahre ich von den Haut abnaschenden Fischen ( www.kangalfish.tr) in der Nähe von Sivas und von siedendheißen Badebecken in Diyadin westlich von Dogubayazit. Währenddessen erfährt Franz von einem deutschen Womobilisten, dass es einen privaten Anführer für die Gruppe gibt, dass er selbst aus Siebenbürgen stammt und Italienisch spricht. Außerdem gibt es noch einen Tratsch mit dem Wiener Caddyfahrer.
Wir hören neidvoll zu, dass man ihnen erzählt hatte, in Georgien sei es so schön und daher beschlossen sie kurzerhand einfach, dorthin zu fahren. Ja wenn wir auch mehr Zeit hätten. Die Spanier sind heute als erstes abfahrbereit, sie haben noch die weiteste Strecke vor sich, danach sind wir an der Reihe und als letztes die Womogruppe, die mit dem Dolmus zum Kloster gebracht werden. Wir bezahlen für die eigene Anfahrt 10 TL Maut, müssen noch ein Stück durch den Wald zu Fuß marschieren und berappen 2 mal 8 TL Eintritt.
Der Zugang ist durch ein modernes Drehkreuz gesichert. Das Kloster selbst liegt zwar malerisch im Felsen, ist aber ziemlich zerstört, so hatten Hirten die Fresken als Zielscheibe verwendet. Wir flüchten vor den Menschenmassen und fahren bis zum Parkplatz mit dem Blick auf das Kloster
Hier gelingt uns noch ein wunderschönes Zoomfoto, während wir von einer Holländergruppe belagert werden. Eine Schwarzafrikanische Frau bestaunt das Innere unseres Landys und zerrt ihren holländischen Mann herbei, der das Fahrzeug auch bestaunen muss. Unser Ziel ist die Altstadt von Trabzon.
Wir parkieren auf einem kostenfreien Platz entlang eines wunderschönen Promenadenweges und queren mittels Fußgängerüberführung die Schnellstraße und sind bald am Fischmarkt und in den Hallen des Gemüsebazars. Nur den Atatürk Alani suchen wir etwas länger. Hier finden wir jedoch wiederum rasch das im Reiseführer beschriebene Kibris Restaurant und können herrlich speisen. Grüne Bohnen und Palatschinken mit Spinat und Pizzastückchen und Kebap Iskenderun.
Für das opulente Essen und das Wasser bezahlen wir 28 TL, eine Okasion. Die Atatürk Villa steht leider am Hang, ohne dass wir sie gesehen haben. Unsere Fahrt geht weiter Richtung Landesinnere zum Uzungöl, ein See mit Moschee in 1100 m Seehöhe. Das ist ein Tipp der Spanier! Wir lagern am öffentlichen Parkplatz. Unterwegs kauften wir im Ekmek Sarayi ein sehr großes Brot, eine Nußpotize und Kipferln um 7 TL und einen sehr großen Sack voll mit Haselnüssen ebenfalls um 7 TL, aber unausgelöst, also mit Schale. Unser heutiger Nachtplatz sollte etwas unruhig werden.
Nach unserer Abendjause kommen Männer die neben uns am See Woazbraten und bringen uns einige Striezeln und lassen uns wissen: „please come“. Wir wollen nicht zickig sein und kommen mit der Nußpotize als Gastgeschenk. Die Unterhaltung findet heute auf Französisch statt,
ein Gastgeber arbeitete in Paris. Wir sitzen auf umgedrehten Efes Kisten und essen noch viele Maiskolben, aber wir hatten vorher vereinbart, sobald es zum Rakitrinken kommt, werden wir uns vertschüssen. Und genau so halten wir es, wir geben vor abstinent zu leben und müde zu sein. Wir legen uns im Landy schlafen. Die Männer nebenan geben bald Ruhe und verlassen den Platz, aber kurz darauf kommen Jugendliche Burschen und Mädchen und bringen Alkohol mit. Es gibt für einige Zeit ziemlichen Lärm. Und in den frühen Morgenstunden ziehen noch Fischer herbei, die auch um den Landy streunen.

182 km heute gefahren

8. Tag: Samstag: 17.9.2011
Wir überleben jedoch unbeschadet die Nacht, frühstücken innen, weil es ziemlich kalt ist. Und schon kommen die ersten Spaziergänger und Fotomodels.
Um 8 Uhr 45 lichten wir den Anker bei 18 °. Im Ort decken wir uns noch mit Tomaten, Schafkäse, Oliven um 12,5 TL ein und fahren zurück nach Rize. Vorher besichtigen wir die Teefabrik Özcay und kaufen um 4,5 TL Organic Black Cay. Während wir auf die Privatführung warten, treffen wir wieder auf die Holländergruppe vom Sümelakloster. Die Frau Reiseführer sagt zu uns: „ sie mussen hocher gehen“ und meint damit, dass wir uns die Berge über 1800 m Seehöhe ansehen sollten. In Rize selbst suchen wir den Botanical Garden, ein Teeforschungsinstitut des größten Teefabrikanten Caykur. Die Abzweige sollte gleich hinter der Seyh Camii zu finden sein. Wir fahren entlang der Schnellstraße bis zu einer Caykur Zweigstelle,
ich frage den Portier nach dem Weg, er schickt uns wieder zurück Richtung Stadtzentrum, ich frage erneut. Jemand opfert sich und fährt mit seinem Privat PKW voraus und bringt uns tatsächlich zum hoch über Rize gelegenen Garten. Der Mann verweigert die Annahme von Geld, wir sind erstaunt! Um 2 mal 0,5 TL trinken wir Tee mit Aussicht und um 2,6 TL kaufen wir Green Cay.
Die Abfahrt nach Rize finden wir diesmal selbst. Wir suchen jedoch diesmal ein Biergeschäft, in den Supermärkten ist Alkoholverbot und die Efes Stationen sind hier rar, letztendlich werden wir in einer Petrol Station fündig, 2 Dosen Tuborg à 3 TL und 2 Flaschen Efes um je 3,3 TL. Wir bemerken erst nach einigen Tagen, dass man für die Efes Flaschen Pfand einhebt.
Vor Ardesen biegen wir wiederum ab in Richtung Hinterland nach Camlihemsin, zuerst zum Zil Castle, wo wir mehreren picknickierenden Großfamilien begegnen. Leider haben wir zuwenig Zeit, das Tal weiter zu fahren, wir möchten nach Ayder und ins Kacgar Gebirge. Dazu kehren wir zurück über Senyuva, wo ich die schöne Firtina Pansiyon fotografiere und weiters nach Camlihemsim, wo wir diesmal Richtung Ayder abbiegen. An der Kavak Köprüsü stoppen wir, weil ich einen dampfenden Samowar aus der Nähe begutachten möchte. Ich erhalte auch einen süßen Tee angeboten. Franz macht Fotos von anderen Ende der Brücke aus. Auf der Weiterfahrt treffen wir auf einen Honigverkäufer, der die süße Versuchung aber überteuert anbietet.
120 TL für einen Kilo Honig, auch wenn er als berühmte Medizin gehandelt wird, ist uns zuviel. Ich plaudere mit dem Verkäufer und erkläre, dass es auch in Österreich ausgezeichneten Honig gibt,
der leistbar, auch naturrein und ohne „sugar“ ist. Er gibt als Antwort, dass ich meinen Honig in Österreich kaufen hätte sollen. In Ayder ist der „Bär los“ aber wir „mussen hocher gehen“, daher kommen wir in 1500 m Seehöhe in eine Senke, wo gerade Judith und Peter den Caddy Schlaf bereit herrichten. Die Wiedersehensfreude ist groß, wir bleiben und trinken ein Glas Zweigelt im Vorzelt und fachsimpeln über das moderne Nomadentum.204 km heute gefahren

9. Tag: Sonntag: 18.9.2011:

Heute nehmen wir das Frühstück im Landyinneren ein, es ist sonst zu kalt, aber über uns ist ein wolkenloser Himmel. Wir verabschieden uns wieder von Judith und Peter und „mussen hocher gehen“, das heißt, Landy fährt um 8 Uhr 30 ab in Richtung

Kavrun. Hier ist Endstation für 4 Räder, man könnte noch über den Bergkamm zu einem See wandern, doch unsere Zeit ist wieder knapp bemessen,
wir nehmen jedoch im besten Lokal des Dorfes unser 2. Frühstück ein. Ein Holzpodest über dem reißenden Gebirgsbach hat es uns angetan und die Sonne wärmt schon. Wir bezahlen für einen Tisch voll mit Frühstück mit weißem und gelben Käse, Oliven, Tomaten, Gurken, Butter und Marmelade, Tee und Kaffee, ebenso wie Mitnahme Butter und Käse 18 TL. Der Hausherr lädt noch Filme über die Gegend und seine Pension auf unsere Festplatte. Nun können wir uns auch vorstellen,
wie viel Schnee hier im Winter herumliegt. Wir spazieren noch im Dorf umher und bei der Abfahrt ins Tal begegnen wir nochmals Judith und Peter, die den Anstieg zu Fuß erobern. Wir hoffen auf einen Erfahrungsaustausch über Georgien in Zukunft. In der Nähe unseres Übernachtungsplatzes bleiben wir bei einem Honigstand stehen und verhandeln aufs Neue.
Ein älterer Herr, der in Amerika Geschäfte machte ist unser Mittelsmann und Übersetzer. Wir erhalten letztendlich ein Gläschen der Wundermedizin um 40 TL. Nun werden wir immer gesund bleiben und verpflichten uns einige Fotos zu schicken. In Ayder gibt es nochmals Fotoshooting.
Da heute Sonntag ist, ist jedes Wiesenfleckchen mit Picknickern belagert. Wir sehen auch jede Menge Standler und originelle Pansyionen. Weiter geht es zurück ans Meer bei Ardesen an der Küste entlang bis Hopa, das liegt wenige Kilometer von Georgien entfernt. Wir ergattern in einer Tankstelle 4 Efes um 14 TL, das ist Wucher, aber die Supermärkte sind Alkoholfrei. Wir erstehen Käse und Schoko um 8,5 TL und fahren zügig nach Artwin. Durch aufregende Schluchten und zeitraubende Baustellen auf Dreckstraßen, gelangen wir spätabends nach Yusufeli. In Mitteleuropa wären die Schluchten mit Stützmauern und Eisen gesichert, aber hier ist alles anders. Durch die seitlich hochragenden Steilwände unmittelbar neben der Fahrbahn werden wir uns klar, wie klein und verletzlich ein Auto und zwei Menschen sind. Yusufeli ist ein sehr urspünglicher Ort
und wir übersehen beim ersten Anlauf die Abbiege zum Greenpiece Camp, aber nach zwei Irrfahrten erreichen wir das völlig überfüllte Resti des Lagers und der Besitzer zeigt uns die Wiese und meint „just relax and come back later“. Ja im Moment ist seine Mannschaft heillos überfordert, ein Bus voller Leute will abgefüttert und abkassiert werden. Wir haben uns hier eine andere Idylle vorgestellt.
Aber Landy hält alles für uns bereit und wir jausnen das, was der Kühlschrank hergibt. Als ich danach wieder ins Campresti zurückkehre, zuckt der Owner zusammen, so als ob er uns im Trubel vergessen hätte und ist sehr glücklich, dass wir uns selbst verpflegt hatten. Er überreicht mir einen Plan über die Gegend und zeigt uns die schönsten Touren. Wir sollten die Karte nach Gebrauch wieder retournieren. Da die beiden anderen Campinggäste ein mutmaßliches Schweizer Paar mit einem Nachbaulandy sprich Santana äußerst zurückgezogen hausen, ziehen wir uns bereits um 9 Uhr zur Nachtruhe zurück. Die beiden verstellen ihren Tisch hinter die Längsseite des Schlafwagens als wir auftauchen. Solche Leute haben wir beim Campen noch nie getroffen.

283 km heute gefahren

10. Tag: Montag: 19.9.2011
In diesem Kessel ist es wieder kühl und klamm, überall rundherum sehen wir Sonne, nur der Ort selbst liegt im Schatten.
Die hochnäsigen Schweizer sind noch immer distanziert und verschanzen sich hinter ihrem Gefährt, wir suchen das Weite. Der Campingvati meint, wir benötigen den ganzen Tag bis Bahal und falls wir weiter möchten, sollten wir unterwegs übernachten.
Um 8 Uhr fahren wir in Yusufeli ab und um 9 Uhr 15 erreichen wir bereits das Tagesziel – da sollte der Campingvati vielleicht auch wieder mal herfahren, dann könnte er seine Gäste besser informieren. Den Weg zur Kilise nehmen wir zu Fuß in Angriff, das dauert aber lange und die Strickmutti, die vor der Kirche sitzt,
ist nur bedacht darauf ein Zimmer oder Socken zu verkaufen, leider ist sie bezüglich des Schlüssels ohne Rat. Hier in Bahal sollte es laut Reiseführer beschaulich zugehen, wie in der Fernsehserie „Unsere Kleine Farm“, aber diese Zeiten sind leider vorbei, man merkt den Tourismus schon sehr. Eine kleine Katze springt ins Innere des Landies und möchte partout mit uns mit, genauso wie am Greenpiece Camping Platz, da holte sich eine kleine schwarz-weiße den letzten Rest von Franzis Wurst.
Wir kaufen im Dorfladen Brot, Tomaten und grüne Peperoni um 2,50 TL und fahren nach Yaylala den nächst höher gelegenen Ort. Die Pistenführung ist phantastisch, der Himmel blitzblau – Herz was willst Du mehr. Einziger Wermutstropfen ist ein Bagger, der auch hier Wegverbreiterungen durchführt.
Also wer weiß, in einiger Zeit können auch hier die großen Touristenbusse durchgeschleust werden. Yaylala heißt übersetzt Almdorf und ist auch schon sehr touristisch, aber wir zwängen uns durch das enge Gässchen und erreichen Olgunlar, den letzten mit dem Pkw erreichbaren Ort auf 2.150 m Seehöhe. Im Cafè Olgunlar dürfen wir der Köchin über die Schulter schauen, sie bereitet für uns Alabalik (Forelle), Makarna (Nudeln),
Corba (Suppe) und Salat zu und das alles um 18 TL. Um 13:45 fahren wir wieder talwärts. In Bahal versuchen wir die zweite Auffahrt, Richtung Karagöl, der aber leider nur zu Fuß erreichbar ist. Vor dem letzten mit dem Fahrzeug erreichbaren Ort drehen wir um und bevor wir in Sarigöl im Agriturismo Camp Ihtiyaroglu um 13 TL landen, sehen wir einer Frau beim Federntrocknen zu. Im Camp kochen wir einen Linsen- und gelbe Rübeneintopf, Nudeln mit Melanzani und Oliven und Schafkäse.
102 km heute gefahren

11. Tag: Dienstag: 20.9.2011
Nach dem Frühstück reisen wir bereits um 8 Uhr 45 ab, es hat schon 17,9°. Landy bringt uns wieder
nach Yusufeli und anschließend nach Tekkale und Dört Kilise, wo wir uns wieder auf die Suche nach der Georgischen Kirche machen, aber gleich neben der Kuhweide finden wir ein einst riesengroße und jetzt dem Verfall preis gegebene Gotteshaus. Es wurde auch schon als Viehunterstand benutzt.
Weiter testen wir die Auffahrt nach Kilickaya, aber leider versäumen wir die Verbindung zum Tortum Gölu, daher kehren wir um und fahren denselben Weg talwärts. Unterhalb der Jandarma finden wir den ultimativen Picknick Platz kehren erst nach der Stärkung nach Yusufeli zurück. Da wir noch Zeit haben, fahren wir ein Stück Richtung Kars und nehmen die Auffahrt zur Ishan Kilise, die von der Jandarma bewacht wird und 5 TL Eintritt kostet.
Dafür werden wir genauestens unter die Lupe genommen, von der Polente und den Dorfältesten. Das Wetter schlägt um und es zieht ein Gewitter auf. Bevor wir wieder zum Greenpiece Camp gelangen, tanken wir Landy für die morgige lange Fahrt wieder voll. Am Abend lassen wir uns im Coruh Pide ve Lahmacum Salonu am Platz in Yusufeli mit Pizza verwöhnen. Um ca. 3 Euro erhalten wir 2 Portionen, mir schmeckt die mit Käse, aber Franz meint es sei die schlechteste Pizza die er je gegessen hat. Um den Geschmack los zu werden kaufen wir Schaumrollen mit Schokoguss und Schokokekse im Geschäft „Mamilleri bei Erzurum“ um 2 TL und Granatäpfel, Bananen, grüne Peperoni, Gurken um 5 TL, Olivenöl um 3,5 TL und Tomaten um 0,3 TL.
140 km heute gefahren

12. Tag: Mittwoch: 21.9.2011
Diese Nacht teilen wir die Campingwiese mit einem deutschen VW Bus, deren Einwohner sich
schon zurückgezogen haben. Bereits um 7 Uhr morgens bei 14,6° suchen wir das Weite, obwohl wir schon mit dem kleinen Kätzchen gespielt haben. Die kleine Maus hüpft schneller ins Landyinnere als wir sie je hinauswerfen können. Um 11 Uhr 8 erreichen wir Kars und zweigen nach Ani ab. Hierhin führt eine tolle 50 km lange Asphaltstraße.
Wir sind von der ehemaligen Armenischen Hauptstadt begeistert. Obwohl nur noch Ruinen übrig sind, lässt das Gelände Rückschlüsse über die einstigen Ausmaße zu. Der Eintritt beträgt 5 TL pro Person und wir treffen auch auf andere Touris. Im Dorf vor Ani befinden sich viele Kinder, die auf die Touristenautos zulaufen und sich fotografieren lassen. Um 13 Uhr sind wir wieder in Kars, drehen einigen Runden bevor wir die richtige Ausfahrt auf die D 070 finden.
Leider haben wir zuwenig Zeit für eine Besichtigung. Unterwegs kaufen wir Brot und jausnen in der Steppe. Um 15 Uhr 15 sind wir fertig und fahren an die Iranische Grenze auf Dogubayazit zu. Wir meinen den Ararat zu sehen, doch weit gefehlt. Am Abend erreichen wir das Murat Camp direkt unter dem Isak Pasha Saray. Wir essen im Lokal, 2 Antipasti mit Bohnen, Kartoffelsalat, scharfen Tomaten und Franz erhält dazu noch Lamm. Wir zahlen 25 TL und 2 Bier kosten wie überall 10 TL. Das Camp beläuft sich auch auf 10 TL. Um 21 Uhr liegen wir auf unserer Matratze und wie versprochen ist um 20 Uhr die laute Musik aus, aber einige Gäste randalieren – ein Italiener campt auch am Platz.
511 km heute gefahren

13. Tag: Donnerstag: 22.9.2011
Heute frühstücken wir indoor weil viele räudige Hundsis herumschwirren und es in der Früh ziemlich kalt ist.
Wir fahren nach der Stärkung gleich einige Kurven höher um den Isak Pasha Palast zu besichtigen. Obwohl wir vor der Öffnungszeit eintreffen, dürfen wir mit dem Bezahlen von 3 TL pro Person eintreten. Es finden gerade Restaurierungsarbeiten statt, zum Beispiel wurde schon ein Plexiglasdach über das alte Gemäuer gestellt.
Nachdem wir alle betretbaren Räume des Palastes gesehen haben, entdecken wir, dass die WCs versperrt sind, daher wird man gezwungen, die Umgebung zu benutzen. Weiters fahren wir noch einige Kurven höher bis zur Han und zur Kirche, wo wir als Fotografen engagiert werden, um von einigen Menschen Portraits anzufertigen. Anschließend decken wir unseren Lebensmittelvorrat im Zentrum von Dogubayzit.
Im Supermarkt kaufen wir Küchenrollen, Grundnahrungsmittel, im Efes Shop unser tägliches Bier, in der Konditorei unsere Süßwaren. In der Souveniermeile können wir auch Ansichtskarten kaufen, aber für die Briefmarken müssen wir die Post ausfindig machen. Nachdem wir wieder alles Nötige geladen haben, finden wir auch die 975er Straße in Richtung Van. Wir haben zuerst vor, in der Nähe der Stadt Van ein Camp zu finden, um morgen die City zu besichtigen, doch leider gibt es erst in Edremit das Sahin Tepesi Camp am See, wo wir uns für 15 TL aufstellen dürfen und Nudeln mit Kürbis kochen und den Sonnenuntergang beobachten.
212 km heute gefahren

14. Tag: Freitag: 23.9.2011
Um 9 Uhr 17 sind wir bereit zur Abfahrt, kommen an der Anlegestelle für die Abfahrt zur Vansee Insel vorbei,
legen einige Baustellenabschnitte zurück und Pässe über 2000 m Seehöhe. Der Ort Tatvan verlockt uns zu wenig, daher suchen wir die Auffahrt zum Nemrut Vulkan mit seiner wunderschönen Kraterlandschaft, in der es Pisten und den Laku Campingplatz mit einem Café gibt. Wir wollen jedoch das Ufer des großen Sees erreichen. Leider ist hier die Piste zu Ende und wir kehren um und picknicken im Gelände mit Blick auf den See.
Hier oben gibt es auch einen kleinen warmen See. Dieser Vulkan hier ist verantwortlich für das Entstehen des Vansees, denn seit seinem Ausbruch ist der Abfluss des Sees verstopft. Wir möchten wieder ins Tal hinab, vorbei am kleinen Dorf, wo man uns mitteilte, dass es Steine werfende Kinder gäbe. Wir versuchen in Tatvan dem Sandsturm zu entkommen und suchen vergeblich einen Camping Platz und düsen wieder die Südküste des Seen entlang nach Akdamar zum Camping Ahtamar, der voll mit Holländern ist, die sich Längsseits am Seeufer installiert haben. Wir bestellen Abendessen. Leider kommt der Fisch für Franz aus dem Gefrierschrank und kostet 20 TL, das Bier wieder 2 mal 5 TL und das Camp auch 20 TL und obwohl die Sanitäri unter jeder Kritik sind. Aber die Holländer sind zufrieden!
334 km heute gefahren

15. Tag: Samstag: 24.9.2011
Wir wachen um 5 Uhr morgens auf, packen zusammen und um 6 Uhr 25 sind wir bereits unterwegs,
da wir die wilde Baustellenstrecke ein drittes Mal fahren müssen. In Tatvan tanken wir Landy voll und in Diabakkir verfahren wir uns total. Wir wären so schon ins Zentrum gekommen, aber leider haben wir wieder zuwenig Zeit, um uns umzusehen. Die Hauptstrecke ist gesperrt und daher müssen wir zwei mal Passanten nach dem Weg fragen. Unterwegs macht es auf einmal einen lauten Knall und wir vermuten, nun schießen die Kurden auf uns, aber unsere zweite Vermutung ist ein Kugelblitz, weil wir in der Nähe Wetterleuchten sehen. Wir jausnen am Straßenrand Tomaten, Fladenbrot und Bananen, das wir zusammen für 8,5 TL kaufen. In Siverek kaufen wir 6 Flaschen Efes Bier um 17,6 TL statt 21 TL, weil wir Leergut gesammelt hatten.
Mit der Fähre um 12 TL setzen wir über den Euphrat und wir kommen in die Nähe des Nemrut Dag und müssen für den Eintritt in den Millipark pro Person um 7 TL bezahlen, dürfen aber auf die Ost- und Westtrasse des Skulpturengipfel. Leider versteckt sich die Sonne, sodass die wunderschönen Statuen ohne Lichtspielereien fotografiert werden müssen. Es sind auch sehr viele Touris hier und je später und finsterer es wird, desto mehr kommen noch Richtung Gipfel. Wir fahren ab zum Hotel Euphrat und campen in der Wiese am Busparkplatz, erhalten aber für 15 TL sogar Strom und Zutritt zum wunderschönen WC. Ich koche für uns Nudeln mit Kürbis und Tomaten.
527 km heute gefahren

16. Tag: Sonntag: 25.9.2011
Beim Frühstück beobachten wir, wie ein Angestellter des Hotels Euphrat einen Sack
Müll über den Parkplatzrand des Hotels in den Abgrund wirft, mitten hinein in den Nationalpark! Ich entdecke noch das junge Mädchen Gülsah halb türkisch – halb deutsch, das mit dem Özcan und dem tollen Reisebus, der mit der Karte von Istanbul nach Isphahan beschriftet ist, reist.
Wir alle tauschen unsere Kontaktdaten aus, knipsen ein Foto von uns drei. Danach tratschen wir noch mit einem Japanerehepaar, die hier genächtigt hatten. Ich darf in ein Zimmer und dusche mich, aber die Türen sind ohne Schlüssel. Wenn man so nachdenkt, sind wir in unserem Landy viel sicherer, als die Gäste im Hotel! Heute ist es bereits 10 Uhr, als wir abdüsen, wir fahren die Rückseite des Milliparks über Arsameia ab, müssen aber wieder bezahlen, aber die Kohlenmeiler und die wunderprächtige Straße sind es wert. Wir treffen auf einen jungen Radfahrer aus Siirt, der ohne Radausrüstung den Berg heraufschiebt. Er fragt uns nach Wasser und wie weit es wohl noch auf den Gipfel sei, wir geben sehr gerne auch eine Banane dazu. Wir sehen uns in Eski Kahta die Festung Yenikale von außen an, sie wird gerade renoviert. Der Grabhügel Karakus Tümülüs und die Bogenbrücke Cendere Köprösü werden ebenfalls von uns erobert.
Leider führt die Abkürzung von Bozova in Richtung Süruc durch Dörfer mit Erdwegen, wo wir nur noch schwer hinausfinden. Wir bewegen uns schon sehr nahe an der Syrischen Grenze! Schließlich und endlich finden wir die 400er nach Birecik und auch nach Halfeti. Hier gefällt es uns, da bleiben wir. Mitten an der Strandpromenade stellen wir Tisch und Sessel auf, räumen unser Picknick aus dem Landy, zahlen zwar 2 TL fürs Parken, aber dafür bleiben wir unbehelligt und wir wollen hier ja auch schlafen. Nach der Jause spazieren wir durch das Dorf und bleiben bei Aydin hängen.
Wir diskutieren mit ihm über Mozart, er zeigt uns seine Göttin zu der er betet und er warnt uns: „ Nimm Dich vor den Moslems in acht!“ Wir überstellen den Landy auf den Vorplatz von Aydins Laden. Ein anderer Türke der aufgrund seiner Gastarbeitertätigkeit deutsch mit uns sprechen kann, gesellt sich zu uns. Er verkauft Trockenfrüchte und Nüsse. Als wir Tee und Wasser trinken, kommt noch ein Dorfältester zu uns zum Tratschen, doch leider ist unser Türkisch zu schlecht, um etwas zu verstehen. In der Nacht trottet ein Eselchen vorbei.
271 km heute gefahren

17. Tag: Montag: 26.9.2011
Um 7 Uhr dreißig wartet der Freund von Aydin bereits auf uns, um wie gestern versprochen,
eine Bootsfahrt zur Festung Rumkale zu unternehmen. Er erleichtert uns dafür um 50 TL, die jedoch angesichts der hohen Treibstoffpreise gerechtfertigt sind, schenkt uns dafür einen Laib Brot für das Frühstück. Aydins Freund bringt uns zu seinem Bruder, der das Boot steuert und wie vereinbart, dürfen wir bei der Festung aussteigen und den einzigen Bewohner einen Esel bestaunen und sehen auch das Dorf mit der überfluteten Moschee, wo nur noch das Minarett aus dem Euphrat ragt.
Danach stocken wir unsere Essensvorräte auf und erhalten um 23 TL 3 Bier, eine Melone, 2 gelbe Käse, 1 Peynir (Schafweichkäse) Tomaten. Beim Nachbar von Aydin kaufen wir noch ½ kg getrocknete Aprikosen und ½ kg Erdnüsse um 10 TL und dafür zahlt er bei Aydin noch einen Tee für uns.
Außerdem organisiert er noch einen Trinkwasserschlauch zum praktischen Nachfüllen unseres Kanisters, ohne dass wir ihn ausbauen müssen. Von hier fahren wir nochmals zurück nach Birecik, wo mir die Felswände um den Ort herum so gefallen, Franz kann der Gegend nichts abgewinnen. Wir schlagen uns bis kurz vor Gaziantep durch und finden einen ruhigen Jausenplatz entlang der Straße.
Während wir uns hinter dem Landy die Bäuche voll schlagen, hören wir wie ein Auto neben uns hält. Ein junger Mann ruft laut nach uns, indem er sich über unser Kennzeichen DL amusiert. Er erzählt uns, dass er mit seinem Vater unterwegs ist, und dass er in Gleinstätten am Camping Badeteich die Pizzeria betreibt.
Er hätte auch Zeit, wenn wir wollen, dass er uns Gaziantep mit seinen Lokalen und berühmten Süßwarenläden zeigt. Leider sind wir wieder auf der Flucht und wollen heute noch hinunter ans Meer. Wir tanken vor Adana mit Blick auf die Festung Yilanlikale (Schlangenburg) und suchen den Weg hinunter nach Yumurtalik, den wir über Umwegen auch finden.
Im kleinen Ort Yakopinar kaufen wir Baklava einen 5 Liter Kanister Wasser und 2 Brote um 8,5 TL. Spät abends finden wir uns am örtlichen Picknickplatz ein und bezahlen den beiden Männern, die das Lokal am Strand betreiben 20 TL, dafür lassen sie in der Nacht ein supersauberes WC geöffnet und wir dürfen auch Strom anzapfen. Das öffentliche WC stinke, so rümpfen die beiden Männer die Nase. Wir suchen uns noch ein nettes Lokal.
Ich erhalte Essiggurkerln, scharfe eingelegte Peperoni und eine Corba, die zwar vegetarisch sein sollte, aber verdächtig nach Hühnereinmachsuppe schmeckt. Der holländischen Männerrunde die neben uns Platz genommen hat, wird auch eine Hühnersuppe angepriesen. Also je nachdem was die Leute ordern, erhalten sie auch. Franz ist heilfroh das Kebab Adana zu bekommen mit Salat und Yoghurt.
Zusammen mit einer Flasche Wasser zahlen wir 15 TL. Am Nachhauseweg werden wir von einem deutsch sprechenden Türken auf einen Tee eingeladen. Er hätte uns auch ein Bier organisiert, aber wir lassen uns nie auf Alkohol ein. Der Gastgeber lebte 17 Jahre in Deutschland und in 98 Ländern der Welt,
unter anderem auch in Alaska, wo wie er uns mitteilte, die Früchte so billig seien, wie nirgends anders auf der Welt, weil die Regierung es den Leuten schmackhaft machen möchte, dass sie im Land bleiben. Auf 400 Männer kämen 1 Frau, meint er. Heute Abend ist es sehr heiß, unser Gastgeber beschreibt uns sein Leben hier im immer warmen Land. Vormittag fährt er mit den Fischern aufs Meer, Nachmittags nach der ausgiebigen Siesta schaut er sich in seinem Lokal etwas um, hilft falls unbedingt nötig. In der Lokalbude neben unserem Stellplatz gibt es heute auch Krawall, aber bald kehrt Ruhe ein und wir genießen unseren wohlverdienten Schlaf.
360 km heute gefahren

18. Tag: Dienstag: 27.9.2011
Wir frühstücken im Gastgarten der beiden Kassierer von gestern Abend, so können wir die Infrastruktur wie Tisch,
Sessel und Salzstreuer nutzen. Vor der Abfahrt sehen wir uns noch im Ort um, der heute früh wie ausgestorben aussieht. Im Fischerhafen sehen wir neben einem Lokal einen überfetten Pelikan. Wir spazieren auch um die Festungsmoschee herum. Um 8 Uhr 40 sind wir wieder unterwegs über Tarsus, Pozante nach Nidde.
Unterwegs hängt Franz einen Romabus an und schleppt ihn über eine Passstraße. Das Begleitfahrzeug des Busses überholt uns am Ende, um zu signalisieren, dass wir die Leine wieder loslassen sollen. Die Horde bedankt sich und verabschiedet sich winkend. Wir scherzen indem wir denken, dass der Bus sich den teuren Sprit sparen möchte und daher auf Abschleppung wartet.
In Güzelyurt stoppen wir, um das schöne Kloster am See zu fotografieren. Bei Ihlara suchen wir die Thermalquellen, damit wir uns wieder waschen können. Aber Franz gefällt es im Thermenhotel gar nicht, so suchen wir uns in Belisirma ungewaschen einen der 3 Campingplätze aus. Das Tandirci Camp hat es uns angetan,
wir organisieren Strom, spazieren durch das Village und bestellen im Camp zum Abendessen Forelle um überteuerte 15 TL und für meine eigenen Melanzani, die ich mir zubereiten lasse, zahle ich nochmals 10 TL, für den Salat und das Joghurt werden auch jeweils 8 TL verlangt und mit den 2 Tuborgs um 14 TL zahlen wir zusammen mit dem Camp 65 TL. Dafür werden wir noch ausgelacht werden. Hier werden wir richtig gerupft, wie arglose Touristen.
413 km heute gefahren

19. Tag: Mittwoch: 28.9.2011
Wir suchen heute noch die Old Oil Factory Bezirhane und die Ala Kilisese im
Ort und oberhalb die Direkli Kilise. Um 9 Uhr 42 verlassen wir unser Camp und suchen den Einstieg in den Canyon. Zuerst möchten wir im Ort Ihlara absteigen, doch der freundliche Kassenwärter meint, wir hätten mehr davon, wenn wir vom Parkplatz Ihlara Vadisi absteigen, hier hätten wir gleich einige Kirchen zu besichtigen. Wir zahlen 2 mal 5 TL Eintritt, klettern die ca. 350 Stufen hinunter,
viele andere Touris tun es uns gleich und der Thermenopi, der uns gestern im alten Thermenhotel über die Region aufgeklärt hat, begegnet uns auch wieder.
Die Yilanli Kilisesi ist die Schlangenkirche, die Agacalti Kilisesi und die Sümbüllü Kilisesi sind zusammen mit der erstgenannten, die interessantesten Felsenkirchen.
Anschließend steigen wir die Stufen wieder empor und danach finden wir entlang der Straße das Selime Manasteria mit Feenkaminen. Wir versuchen die steilen Abhänge mit den Tuffsteinkegeln zu erklimmen. Am Parkplatz lernen wir einen Buben kennen, der in Wien aufgewachsen ist und nun mit seiner Familie hier ansässig ist. Er erzählt uns, dass wenn er nach der HTL das Studium in Österreich fertig absolviert hätte, könnte er hier in der Türkei seinen Diplom Titel um 1000 TL pro Monat verpachten.
Der Junge hatte aber in Österreich mit seinen Türkischen Freunden immer Ärger und daher war er mit mehr Österreichischen Menschen befreundet. Nun möchte er 2 Jahre in der Türkei in Akseray verbleiben und sich anschließend entscheiden, wo er weiter leben wird. Durch seine perfekte Zweisprachigkeit stehen ihm beide Türen offen. Wir fahren weiter zum Tuz Göllü, den Salzsee, leider sind wir enttäuscht, da man fast nirgends zum See gelangt und beim offiziellen Halt schreckt uns der Touristennepp. Da wir unterwegs 2 Brote und Käse kaufen und Tomaten geschenkt bekommen, können wir abseits der Massen jausnen und uns auch in die Büsche verdrücken. Wir werden wieder von zwei Türkischen Gastarbeitern im Tiroler Dialekt angesprochen,
sie möchten sich am Salzsee entlang ein Stück Land kaufen und ein kleine feine Salz Wellness Oase errichten. Das Salz sollte phänomenal gegen Akne und sonstige Hautkrankheiten helfen. Momentan gibt es jedoch noch Probleme wegen des Abwassers, aber die beiden werden alles in Griff bekommen.
Bin schon gespannt, wenn wir das nächste Mal hier entlang fahren, ob wir sie wiedersehen können. Wir marschieren auch am Salz dahin und reiben uns die Beine damit ab. Weil uns das „Gratis Camp“ hier am Göl zu unsicher erscheint, begeben wir uns zurück nach Akseray und können an der großen Kreuzung am Agacli Tesisleri das Mocamp ausmachen, wir zahlen jedoch 30 TL dafür, erhalten aber Getränke wie Wasser, Tee und Kaffee gratis von einem vormals in München arbeitenden Rezeptionisten. Wir sind wieder herzlich willkommen. Am Camp gibt es sogar bei jedem Stellplatz ein Gülleloch, so vermuten wir zumindest, daher können wir dort hineinpinkeln! Als Gute Nacht Mahlzeit kaufen wir im Einkaufszentrum noch exquisite Schokopralinen und geben 4 x 4 TL aus.

259 km heute gefahren

20. Tag: Donnerstag: 29.9.2011
Um 8 Uhr 45 bei 14,9° reisen wir ab und besuchen die Sultanhani. Am Parkplatz
dieser Karawanserei verstellen viele Reisebusse und deren Insassen den fotografischen Blick auf das Eingangstor. Wir bezahlen den Obulus von 2 mal 3 TL und besteigen auch den Turm im Innenhof. Bevor wir wegfahren, zeigt sich die Front der Sultanhani menschenleer und wir nutzen das für ein Foto. Die 2. Hani die Zizanhani ist geclosed, wir können nur von außen ein nettes Bild aufnehmen.
Daraufhin steuern wir das Zentrum von Konye an, diesmal wollen wir das Mevlana Kloster besichtigen. Wir bezahlen für 2 Stunden parken 6 TL und für den Eintritt 2 mal 3 TL. Im Allerheiligsten ist strengstes Fotoverbot, aber es herrscht eine wunderprächtige Atmosphäre! Wir suchen vergeblich den Gewürzbazar. Wir finden nur Gewand und Geschmeide. Aber ein kleines Lokal verpflegt uns, man holt einen Holländer, der für uns übersetzen soll,
aber wir scheitern kläglich. Wir kommen trotzdem an die Spezialität von Konye das Firin Kebap, ein fettes Lamm im Fladenbrot, Franz darf die 2 Portionen aufessen. Heute steuern wir noch Afyon an und kurz davor kaufen wir Trockenfrüchte, Pflaumen und Tomaten um 6TL zu. In Afyon suchen wir wieder vergeblich nach Campingplätzen,
in einem Thermenresort schickt man mich von einem Verantwortlichen zum nächsten, damit mir eine Stimme am Telefon erklären kann, dass wir hier belästigt werden könnten, daher ließe man uns innerhalb der Anlage nicht schlafen. Der zweite angekündigte Platz der „AliBaba“ ist wahrscheinlich der Bauwut der 40 Räuber zum Opfer gefallen. Wir behelfen uns jedoch, indem wir in einem 4 Sterne Hotel Anemon nachfragen,
ob der Rezeptionist, der hier bestimmt englisch spricht uns auf Türkisch aufschreiben kann, wo wir unbehelligt über Nacht stehen bleiben können. Er befragt seine Kollegen, und schickt uns zur Security des Afium Einkaufszentrums. Dort nimmt man uns mit Freuden auf und verspricht, uns während der Nacht zu bewachen. Wir schlagen uns in einem Esslokal am Gelände die Bäuche um 25 TL mit frisch gebratenem Rindfleisch, Reis, Kartoffel und Erbsenreis voll und legen uns dann ins Landyinnere. Das Dach wollen wir heute nicht aufstellen. Wir kaufen für uns auch zwei 2 2-Liter Wasserflaschen, um das Pinkelproblem während der Nacht zu lösen. Hier ist man unter Beobachtung und man kann natürlich im Freien unmöglich urinieren.
309 km heute gefahren

21. Tag: Freitag: 30.9.2011
Bereits um 7 Uhr in der Früh sind wir die Wolke, die Flaschen können wir im Abfallbehälter entsorgen.
Richtung Kühtaya finden wir einen schönen Picknickplatz, der uns gestern Abend auch als Schlafplatz dienen hätte können. Wir beeilen uns mit dem Frühstück, da es zu nieseln beginnt. Wir erreichen Azanoi den Zeus Tempel und ein junger Archäologe der es sich im Kassa Hütterl mit einem Buch gemütlich gemacht hatte, erklärt uns, was wir alles besichten könnten. Wir bezahlen aber 0 TL für seine Dienstleistung.
Der Ort Cavdarhisar ist ziemlich heruntergekommen. Wir lesen auch, dass ein Erdbeben ziemlich viel zerstörte. Wir setzen das Guthaben, das durch die Besichtigung entstanden ist, sofort in Naturalien um und investieren 67 TL in 2 Flaschen Wein, 5 Liter Wasser, die der Junge des Ladenbesitzer aus dem Supermarkt holen muss, 4 Biere und 2 Brote.
Wir suchen die gelbe Straße Richtung Norden nach Tavsanli, die gelb-grüne über den Pass, den wir zum Jausnen nutzen, die Pause wird jedoch durch einen Nieselregen verkürzt. Aber trotzdem begegnen wir hier wieder unserem täglichen Gastarbeiter, der uns erzählt, dass einige Kurven höher ein Laster in den Abgrund gestürzt sei. Wir haben ja doch einen Knall gehört.
Wir kommen im tiefsten Nebel nach Inegöl und Bursa, umfahren den Riesenort, kaufen bei einer Tankstelle Kestane Sekeri von Dagli (glasierte Kastanien), das halbe Kilo um 10 TL und deren Werbung mich schon seit geraumer Zeit verfolgt.
Wir finden die 200er Richtung Westen vorbei am Ulubat Gölü und Kus Gölü bis Bandirma und Erdek. Im Aldirmaz Camp um 20 TL kochen wir Nudeln und Melanzani und Tomatensauce, trinken dazu Efes und Türkischen Wein und essen zum Nachtisch die süßen Kastanien. Franz schält die letzten Haselnüsse aus. Wir werden die ganze Nacht von zwei sehr lieben Hundis bewacht, die wir zuvor mit den Resten unserer Nudeln gefüttert hatten. Die Hunde verbellen sogar den Camping Besitzer. So ist es richtig! Wir erhalten Besuch von einer Russin mit ihrem Türkischen Mann, sie ist sehr begeistert, als wir ihr erzählen was, wir von der Türkei schon alles gesehen haben. Ihr Mann möchte immer nur am selben Ort bleiben.
449 km heute gefahren

22. Tag: Samstag: 1.10.2011

Um 10 Uhr 23 reißen wir uns bei 20,6 ° von unseren beiden Hundi los. Einer rennt uns bis an die Straße nach.
Wir fahren über Bandirma und Lapseki, erreichen die Fähre um 25 TL nach Gelipoli und finden weiters die 120 er nach Saköy, wo wir um 10,14 TL einkaufen und am Strand bei einem Fischer auf Stelzen jausnen.
Er verlässt gerade sein Haus, versperrt die Haustüre und setzt sich für einen Moment zu uns. Als er merkt, dass wir wenig gesprächig sind, zieht er von dannen. Heute Abend lassen wir uns im Mocamp Cinar um 20 TL nieder. Wir stehen fast am Meer und blicken auf viele Stelzenfischcamps. Wir trinken den restlichen Türkischen Wein und das letzte Bier, kochen die letzten Spiralnudeln aglio olio mit dem E-Kocher, speichern die Fotos auf die Festplatte, Franz duscht sich mit der Außenanlage indem wir Wasser mit dem Kocher anwärmen und in den Kanister hineinschütten.
240 km heute gefahren

23. Tag: Sonntag: 2.10.2011
Um 9 Uhr 30 fahren wir heute nach einer warmen Dusche ab. 6 Efes Flaschen kann ich retournieren,
1 Brot dafür kaufen und erhalte sogar 0,25 TL zurück. In Tekirdag geraten wir in eine Polis Kontrolle und sollten 140 TL zahlen, weil wir statt 55 km/h 59 km/h gefahren sind. Wir erhalten einen Strafzettel und sollten die Gebühr an der Grenze berappen. Wir erreichen zu Mittag Edirne, besuchen die Selimiye Moschee und den Bazar, der auch hier ohne Gewürze und Gemüse abgehalten wird.
Ein paar vereinzelnte Holzwägen mit Gemüse werden durch die Stadt gekarrt. Wir essen ein Adana Kebap und Lentil Corba mit viel Ekmek um 15 TL. Franz wechselt das Strafgeld und da es uns in der Stadt zu heiß ist, fahren wir ein Stück außerhalb auf einen Fitnessweg,
holen die Sessel vom Dach und rasten bis zum Einbruch der Dunkelheit. Wir essen auch noch Nudelsalat und die restlichen Kestane sekeri. Auf der Rückfahrt kaufen wir im Kipamarkt einen 5 Liter Kanister Wasser, Obst, Käse und Süßigkeiten mit unseren letzten 28 TL ein. Es gäbe sogar Kanister mit 20 Liter Trinkwasser, das habe ich vorher noch nirgends gesehen. Um ca. 20 Uhr stehen wir am Edirne Gar, schlafen im Auto noch bis ca. 23 Uhr bis langsam die unorganisierte Verladung beginnt. Man teilt uns ein Junggesellenabteil zu das bereits mit 5 Männern besetzt ist. Einer wird gleich ausquartiert und wir sind wieder mitten im Geschehen.
182 km heute gefahren

24. Tag: Montag: 3.10.2011
Um ca. 4 Uhr früh fährt der Zug endlich ab, aber nach kurzer Zeit heißt es, alles aussteigen,
die Pässe werden ausgeteilt und dann dürfen wir endlich schlafen. Die Passkontrollen wiederholen sich, aber wir bleiben bis 10 Uhr im Bett. Nach dem Aufwachen gönnen wir uns Frühstück im Restaurant und schließen gleich mit 2 Tuborg ab. Am Nachmittag gibt es Jause im Abteil von allen Mitreisenden und auch für uns! Ein junger Mann aus Kars steuert wunderbares Blätterteigbrot und Gemüse aus dem Garten bei, ein 85 jähriger der bei seiner Schwester in Istanbul den Sommer verbracht hatte und mit Pamuk seinem Nymphensittich zurück in seine Winterheimat Offenburg reist, weiters sind noch zwei Männer aus Akseray und Kaiseri, die zurück zum Mondsee fahren, im Abteil. Am Abend frönen wir wieder dem Bier im Raucherrestaurant und schlafen trotz einiger Passkontrollen bis 7 Uhr 30 durch.

25. Tag: Dienstag: 4.10.2011

Wir frühstücken zuerst wieder im Raucherresti und anschließend wieder mit unseren gastfreundlichen Männern. Erdogan aus Kars fährt nach München, er hat dort ein Taxiunternehmen, bezahlt 1200 € Miete für seine Wohnung.
In Villach helfen wir dem 85 jährigen beim Aussteigen, wir tragen seine Habseligkeiten hinaus und verabschieden uns von unseren Reisegefährten.
In Klagenfurt tanken wir Landy nochmals und bringen in Deutschlandsberg um 7.209 km mehr auf den Tachometer.