Monday, July 01, 2024

Sommer Nordlandreise 24 Tschechien, Polen, Kaliningrad, Baltikum, Finnland

Ausgangspunkt unserer Reisen ist unser Zuhause in Neuberg. Franz hat immer etwas zu basteln am Vario. 

Unterpremstätten-Zettling: Die Jahres Pickerl Überprüfung ist spannend, weil Franz neue grössere Reifen, neue Stoßdämpfer und das Differential, das schon länger in der Garage gelagert war, neue Mittellager für die Kardanwelle, neues Flexrohr für den Auspuff, neue Rücklichter und neue Verkabelung dafür, verbaut hat. Der Unterfahrschutz wurde ebenfalls repariert und neu verzinkt. Die Felgen wurden sandgestrahlt und lackiert und sehen jetzt wie neu aus. Wir können in der Pickerl Werkstätte auch gleich den Ölwechsel vornehmen lassen. Der Mechaniker, der diese Arbeit durchführt, kommt aus Afghanistan und er bietet sich an, uns Infos über schöne Gegenden zu empfehlen, sollten wir in dieses Land reisen. 

Luising: Wir besuchen Alexandra und Sylvester, die wir in Antequera in Spanien im letzten Winter kennen gelernt hatten. Die beiden haben unsere Drohne aufbewahrt, während wir in Marokko waren. Wir verbringen einen geselligen Abend, schlafen herrlich im Obstgarten und frühstücken zusammen in unserem Vario. Ich staune, wie schön die beiden das Innere der Gebäude gestaltet haben. Die Liegenschaft haben sie renovierungsbedürftig erworben in Eigenregie renoviert und großteils mit gebrauchten Möbeln ausgestattet. Nun sieht alles neuwertig und einladend aus. Das ehemalige Stallgebäude nutzen die beiden zum Wohnen. Mich begeistern besonders das Badezimmer inklusive Infinity Badewanne, die Küche und die Glastüren. Erstaunlich, was man aus alter Bausubstanz erschaffen kann. 

St. Michael im Burgenland: Wir besuchen Ingrid und Gerhard, wo wir schon einmal vor einigen Jahren im Zuge der Stellplatz App Schau aufs Land übernachtet hatten. Die Lage hat uns damals schon sehr gut gefallen und die beiden sind sehr sympathisch und haben ähnliche Reiseinteressen wie wir. Wir finden sofort wieder viel zu besprechen. Ingrid gräbt für mich eine Pfefferminz Pflanze aus und wir kaufen wieder herrliche Marmeladen und Feigensenf. 

Nach unserer "Testfahrt" kehren wir wieder zurück nach Hause. Franz muss noch ein paar Kleinigkeiten am Vario erledigen, ich besuche noch ein Mal meinen Enkelsohn und staune dass in unserem Garten trotz langer Abwesenheit Blühpflanzen existieren. Das schöne Schloss Hollenegg, das wir von unserer Terrasse sehen, ist an den Wochenenden im Mai für Besucher geöffnet. Es vergehen noch ein paar Tage bis zur endgültigen Abfahrt. Ich lasse bei der Post eine Ortsabwesenheit eintragen, sodass eventuelle behördliche Sendungen wieder zurück gehen und wir keine Fristen versäumen können.  

22. Mai 2024: Um 19:45 am Abend ist endlich alles verstaut, wir tanken noch voll und fahren endlich wieder einmal über die Hebalm. Franz hat die gute Idee, bei der Rehbockhütte einzukehren. Die junge Wirtin kredenzt trotz Ruhetag Fritattensuppe und ein belegtes Brot. Unsere Jilli ist wieder mit von der Partie. 

Grabnerhof: Wir besuchen den Grabnerhof, das ist eine dreijährige Land und Forstwirtschaftliche Fachschule, die neben der Lebensmittel und Streuobstverarbeitung auch eine Tischlerei, Maurerwerkstätte und einen Almbetrieb beinhalten. Wir sehen auch die Käserei, den Schlachthof und die Abfüllanlage. Wir kaufen im Hofladen ordentlich ein und sind von Grund auf begeistert. Ich von der Größe und Freundlichkeit der Mitarbeiter und Schüler, Franz natürlich von den technischen Details. Außerdem bekommen wir von Christian eine private Führung durch die Werkstätten. Bei den Stallungen schließen wir uns einer Exkursion an. 

Gerti und Christian, die Schwiegereltern von meinem Sohn laden uns ein, den Nachmittag bei Ihnen zu Hause zu verbringen. Die Jugend kommt auch dazu. Abends werden wir mit einer herrlichen Jause vom Grabnerhof verpflegt und das Öfchen bei der Sitzgruppe vor dem Haus spendet noch lange Wärme. Am nächsten Morgen essen wir alle gemeinsam Frühstück, unter anderem den Striezel, den Gerti mit Johannes gestern Abend schon geformt und gebacken hat. Gerti serviert lauter selbstgemachte Marmeladen und Aufstriche. Christina spaziert mit mir eine schöne Runde zu einem naturbelassenen See und zur Tanzlinde. Mittags verabschieden wir uns.  

Seekirchen am Wallersee: Hier treffen wir uns zum Camping Wochenende mit unserer Jugend. Johannes ist begeistert vom See und den Spielplätzen. Uns allen gefällt der naturbelassene See auch. Am Samstag essen wir gemeinsam in Fischtagging und am Sonntag in Eugendorf bei Pizza per tutti. Von dort fahre ich mit meiner Jugend zu Christinas Tante, die mit ihrem Mann einen wunderschönen Garten bei einem alten Bauernhaus errichtet hat. Den Abend verbringen wir noch beim Mobilheim meiner Kinder. Wir schlafen Sonntag am Vorplatz des Campingplatzes, wo wir statt 40 nur 5 Euro Tagestarif zu zahlen haben. Am Montag Vormittag verabschieden wir uns von meiner Jugend, die von Franz musste ja gestern schon zurück nach München. Ich radle zur Sonneninsel, das ist eine auf Spenden basierende Kuranstalt, wo sich Familien mit Kindern die eine Grunderkrankung haben, ausruhen können. Eine betroffene Frau erklärt mir, dass dadurch die langwierige Bürokratie wegfällt. Für Montag am Abend vereinbart Franz ein Treffen mit seinem ehemaligen Arbeitskollegen, der in der Nähe wohnt. Unsere Jill spürt das und verschwindet in das Dickicht das an den Parkplatz grenzt. Wir fahren ohne sie zum Treffen und kehren bei Einbruch der Dunkelheit wieder auf den Platz zurück. Unsere Fellnase sitzt schon und wartet auf uns. Am Dienstag sehr zeitig in der Früh fahren wir weiter Richtung Norden und frühstücken unterwegs. 

 28. Mai: Gmünd: Wir halten am Parkplatz unterhalb der Stadt. Von da fahre ich mit dem Lift hinauf, um bei Evas Naturkostladen Brot und Gemüse einzukaufen. Während Franz rastet, bereite ich Pastinaken Möhren Suppe und frischen Salat mit Radicchio, Radieschen und dicken weißen Bohnen. Als Nachtisch brate ich Bananen mit Sesam, Nüssen und Kokosflocken. 

Naturpark Blockheide: 

Die Blockheide haben wir ja schon mal besucht. Heute verlockt der 15. Meridian und einige große Steine: Teufels Brolaib, Teufels Bettstatt und der Schuldstein. Diese können wir mittels kleinem Rundweg erreichen.  

Jihlava = Iglau: Die Schlafplatz Suche gestaltet sich hier schwierig. Den ersten Platz, der als P&R ausgewiesen ist, hat zu kurze Einheiten, beim Tierpark verlangen sie nur für das Parken eines Campers 16 Euro. Der letzte Versuch ist beim Einkaufszentrum, wo Franz bei Decathlon nachfragt, ob das Übernachten erlaubt ist. Und tatsächlich ist es der Fall. Unsere Mutzi hüpft nur kurz hinaus und weiß dann, dass es hier nur Fahrzeuge zu beschnuppern gibt. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg in die Altstadt und steige auch in die Unterwelt hinab. Nach Znaim ist hier das zweit längst e Wege Netz. Ein Kuriosum ist die leuchtende Wand, die tatsächlich nachdem mit der Taschenlampe angestrahlt wurde, weiterleuchtet. Ich sehe mich am Hauptplatz um und spaziere zum imposanten Frauentor. Am Markt kaufe ich Erdbeeren, Marillen und Erbsenschoten. 

Schloss Slatinany: Es gibt einen schönen ruhigen Parkplatz, wo ich Erbsen schäle und Spargel putze um ein Couscous zu bereiten. Leider komme ich dadurch ein paar Minuten zu spät zur Schloß Besichtigung. Der letzte Einlaß wäre um 15 Uhr gewesen. So kann ich nur den Garten, das Schweizer Cottage und die Miniatur besichtigen. Ein schöner Spaziergang im Wald tut auch gut. 

Pardubice: Parken an der Elbe für einen Fotostopp der Schleuse. 

Hradec Kralove: Königsgrätz heisst die Stadt in deutsch. Die Schlafplatz Suche ist heute einfacher. Neben einem Stadion stehen schon Camper. Ob die alle zum Übernachten hier sind, oder nur abgestellt, weiß ich nicht. Jedenfalls drängt die Mutzi sofort hinaus. Wir schlafen sehr gut. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in die Altstadt. Am Fluß Adler entlang geht es für uns auch über eine Brücke, die mich gleich zum Stiegenaufgang zu den Terrakotta Terrassen bringt. Franz radelt rundherum. Wir treffen uns am großen Platz mit der Kathedrale und besteigen den weißen Turm. Nach der schönen Aussicht speisen wir in einem Café Marillen Kuchen. Ein freundlicher Mann spricht uns an und fragt, ob er uns helfen kann. Er erklärt uns den Weg zum Eissalon, wo wir belgische Schokolade, gesalzenes Karamell, Kirsche und Smurf schlecken. Über eine andere Brücke schlendern wir zurück. Bei einem Lidl verbrauche ich die letzten Kronen mit Biomilch und 2 Kozel Biere. 

Szczawno Zdroy: Wir peilen den grünen Stellplatz nördlich von Waldenburg an. Mutzi ist sehr glücklich über den Aufenthalt, sie hat Büsche zum Verstecken und Beschnüffeln. Ich koche Nudeln mit Spargel und Erbsen, Salat gibt es obendrauf. Wir gönnen uns ein Puntigamer und ein Argus Starkbier. Am nächsten Morgen nutzen wir den Grauwasserablaß. Nur mit dem Wasser Tanken hapert es. Wir versuchen es mit der Karte, doch die Anweisungen am Display sind für uns nicht ausreichend. 

Kiekebusch: Franz braucht stärkere Speichen für sein Fahrrad, was liegt näher, als 4 Stunden und ca. 200 km quer landeinwärts nach Deutschland zu stauen, um diese direkt beim Verkäufer des E Motors zu holen. Gut, dass der die richtigen auf Lager hat. Wir können sie in seinem Gartenhaus holen und auch dort davor übernachten. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns noch von den netten Leuten. 

Gmina Świebodzin: Wir halten um das riesige Christusdenkmal zu bestaunen und Kartoffelsalat zu essen. Als Nachtisch verzehren wir Erdbeeren und Ausseer Lebkuchen. 

Schloß Rogalin:Wir parken an der Straße und spazieren durch den Schlosspark. Erst bestaunen wir die ca. 700 Jahre alten Eichen, später den Rokoko Garten. In der Schloss Taverne stärken wir uns mit Pirogen und Palatschinken mit Erdbeeren, Frischkäse und Schlagrahm. 

Wasserschloß Kornik: Ich spaziere am Fluss entlang zum Wasserschloss. Zum Übernachten ist der Platz heute Samstag zu belebt, so starten wir nochmal den Vario. 

Gniezno: Erst denken wir, hier werden sich Jugendliche zum Krach machen treffen, doch Franz fragt jemanden und der erklärt uns, dass wir keine Probleme haben werden. Mutzi ist auf jeden Fall gerne draußen und die Naturgeräusche sind vielfältig. Morgens nach Frühstück überstellt Franz den Vario, sodass ich nur einen kurzen Spaziergang zu den Denkmälern und dem Berliner Mauer Fragment habe. Anschließend überstellen wir nochmal auf einen Bezahlplatz, wo wir für eine gute Stunde 20 Sloty berappen müssen. Für zwei Schleckeis in der Altstadt lassen wir noch 40 Sloty das sind umgerechnet fast 10 Euro. Dafür sehen wir uns in der alten Hauptstadt um, der Baubeginn der Kathedrale soll bereits im 9.Jhdt gewesen sein. 

Mogilno Obszar Wiejski: Am Wegesrand entdecken wir eine wunderschöne Holzkirche. 

Strzelno: Laut unserer ADAC Straßenkarte gibt es hier auch ein Highlight und zwar das Kloster, die Rotunde soll Ende des 12.Jhdts errichtet worden sein. 

Torun: Wir stellen uns auf einen zentral gelegenen kostenpflichtigen Parkplatz. Wieder bezahlen wir um einiges mehr, als vorab bekanntgegeben. Torun ist eine Gründung des Deutschen Ordens. Als Mitglied der Hanse erlebte es seine Blüte im 14 Jhdt. als die Weichsel von der Ostsee bis hierher schiffbar war. Am Rynek steht die Statue von Nikolaus Kopernikus. Das Haus mit dem Treppengiebel in dem der Astronom 1473 geboren wurde dient als Museum. Ebenso bekannt sind die Thorner Kathrinchen Lebkuchen Figuren mit 700 Jahren Tradition. 

Rastplatz bei einer Grillbar: Franz ist müde und legt sich in das Alkovenbett und bemerkt, dass ein Fenster fehlt. Offensichtlich haben wir es vergessen zu schließen und so ist es davon geflogen. Die Grill Bar hat geschlossen, aber jemand mäht und so kann sich Franz eine Leiter ausborgen. Er schneidet aus seiner Unterlegmatte ein Stück heraus und klebt damit die Öffnung zu. Ich brate Kraut mit gelben Linsen und getrockneten Paradeisern und verbessere das Gericht mit Instant Nudeln. Danach putze ich die letzten Erdbeeren, zerkleinere sie und brate sie mit Kokosflocken, Sesam und Mandeln. Mutzi erkundet das Revier und kehrt erst zurück als direkt bei uns gemäht wird. Da es bei unserem nächsten Highlight keinen schönen Übernachtungsplatz gibt, beschließen wir, gleich hier zu bleiben. Zur Freude der Mutzi. 

Chelmno: Die turmbewehrte Stadtmauer, fünf Kirchen, Marktplatz und Rathaus zeugen vom einstigen Wohlstand der Stadt. Franz parkt kostenfrei am Straßenrand nahe des Miniaturengartens und ich spaziere alleine durch den Ort. In P4N finden wir den schönen Platz an der Weichsel, wo wir uns verpflegen. Ich bereite Salat aus Käferbohnen vom Imhof, Paradeisern, Zwiebel und Paprika vom Markt und Ziegen Käse von unserer Nachbarin Karin. Weiters zerkleinere ich Erdbeeren und möchte mit meinem neuen Mr. Magic Mixer Schlagobers erzeugen, aber trotz langem Mixen mit der richtigen Messerklinge, bleibt es flüssig. Da es hier Abends stark frequentiert sein soll, suchen wir uns einen anderen Schlafplatz.  

Marienwerder: Unterhalb der gigantischen Bischofsburg finden wir heute unseren Schlafplatz. Ab 1322 errichtet sind der Dom, zwei Burgflügel und der Dansker, der Toilettenturm erhalten. Die Kathedrale diente als Grablege der Bischöfe und dreier Hochmeister des deutschen Ordens. 

Pelplin: Wir stoppen am Zisterzienser Stift und spazieren in den Ort zu einer Bäckerei, wo wir Brot, 1kg gemischte Kekse, 1 Cremeschnitte und ein Topfentascherl um ca. 13 Euro alles zusammen kaufen. Außerdem finden wir in einer Fleischerei verschiedene hausgemachte Piroggen, gefüllt mit Fleisch, Spinat, Minze und eine Packung mit Beeren. Ein Schleckeis für unterwegs kommt auch mit. Am Parkplatz koche ich Bohnscharl, die schmecken uns mit Paradeisern und Zwiebeln. Heute gelingt es mir, dass der Schlagobers steif wird und dazu genießen wir Erdbeeren. Franz bestellt in der Zwischenzeit ein neues Fenster und das E Visum für Russland können wir abschließen und bezahlen. 

Malbork Wir parken abseits und spazieren rund um die Marienburg und den wunderschönen Promenaden Weg an der Weichsel entlang zurück. Schlafen möchten wir in dieser Touristenhochburg Gegend mit den dementsprechenden Preisen nicht. 

Sztum: Am See finden wir unseren heutigen ruhigen Schlafplatz. Mutzi freut sich auch, aber nach eine Weile gibt es ein Gerangel und Gepfauche und sie kommt postwendend unter dem Mückennetz zurück. Die hier lebenden Platz Katze ist stärker. Von da an bleibt unser Fellbeutelchen bei uns drin. Am nächsten Morgen spaziere ich am See entlang und bevor sich der kleine Platz füllt, reisen wir ab. 

Am Bahndamm frühstücken wir, weil wir vorher im Ort den Busparkplatz besetzt hatten. 

Oberländer Kanal: Franz montiert die Speichen an seinem Fahrrad, sodass wir zu den 5 Rollbergen radeln können. Insgesamt überwinden die Boote auf ca 9 km Distanz ungefähr 100 Höhenmeter. Mutzi drängt bei den vielen Natur geräuschen sofort nach draußen und lässt sich bitten. Wir gönnen ihr die Freiheit, während wir zu den Rollbergen radeln. Gegenüber von uns stellt sich ein älterer Herr mit einem Tischchen voll mit Raps- und Lindenblüten Honig. Von letzterem kaufen wir ihm ein Kilo ab. Jilli "klopft" erst nach 20 Uhr an der Wohnraumtür, so dass wir noch einen ruhigen Schlafplatz ansteuern können. 

Paslek:Neben einem ökologischen Park finden wir unser Plätzchen für die Nacht. Abends kommen zwar Leute und palawern, aber nachts ist es ruhig.  

Elblag:

Erst suchen wir uns einen Laden für Tierbedarf, um eine Transport Box für Jill zu kaufen. Wir finden einen Englisch sprechenden Tierarzt gleich in der Nähe, wo wir uns ein Zeugnis ausstellen lassen, dass unsere Mutzi keine Panleukopenie hat, dieser Nachweis und eine Impfung dagegen ist für Kaliningrad nötig. Der Tollwuttiter ist ja noch vom Vorjahr gültig. Anschließend überstellen wir den Vario auf einen zentralen Parkplatz. Der hat zwar riesige Löcher wo wir drüber schaukeln, aber ich kann zu Fuß in ein paar Minuten das alte Zentrum erreichen. Die Altstadt wurde ab 1990 unter Verwendung von Fachwerkimitationen wieder aufgebaut. Die gotische Nikolaus Kirche hat einen Glockenturm mit 96 m Höhe. Die Uferpromenade lädt zum Flanieren ein. Ausflugsschiffe fahren von hier zum Drausensee und über den Oberländer Kanal. Zum Schlafen stellen wir uns in die Nähe des Hafens. Mutzi ist sofort wieder unterwegs. Sie musste heute ja geduldig bis zum Abend auf ihren Spaziergang warten. Als Franz zum Lidl spaziert, um Brot zu holen, fallen ihm Jugendliche auf, die unter der Brücke herumlungern. Als Jill noch bei Tageslicht zurück kehrt, parken wir nochmal um, neben einem Friedhof schlafen wir dann ruhig. Am Vormittag suchen wir noch die Markthalle, die an ein ehemaliges Fabriksgelände erinnert auf, um frisches Gemüse zu kaufen. Am Abend erhalte ich mein E Visum für Kaliningrad. Das von Franz ist noch in Bearbeitung. Den ganzen Freitag verbringen wir mit Warten. Das bestellte Fenster hätte zwischen 9 und 11 Uhr bei der Packstation an der ausgewählten Tankstelle angeliefert werden sollen. Leider wurde das nicht eingehalten. DHL Deutschland ist zwar telefonisch erreichbar, aber nicht mehr zuständig, DHL Polen erreichen wir vermutlich erst am Montag wieder. So beschließen wir am Samstag Vormittag, die Stadt zu verlassen und zum Haff zu fahren.
Suchacz Strand: Hier treffen wir zum ersten Mal auf deutsche Womo Kollegen, sie haben hier einen guten Aufenthalt erlebt. Nach einem kurzen Tratsch mit Erfahrungsaustausch fahren die beiden weiter. Wir versuchen an diesem Samstag unser Glück. Im Ort findet grad ein Sommerfest mit Hüpfburg und Musik Beschallung statt. Aber niemand stößt sich, wenn wir unsere Sessel rausstellen. Wir spazieren auch zum Hafen und sehen wunderschöne Häuser. Ich koche die restlichen Pirogen von gestern, dazu gibt es sonnengereifte polnische Paradeiser mit spanischen Oliven. Franz sieht einen Fuchs ganz in seiner Nähe vorbeispazieren und schon fast um Mitternacht fährt sich ein Pärchen direkt vor uns im Strand fest. Franz, der gute Mensch hilft sofort mit. Er kramt in der Dunkelheit den Bergegurt aus dem Kofferraum und verbindet das steckende Fahrzeug mit unserem und so wird es wieder befreit. Das Pärchen schläft im Auto in unserem Windschatten. Am Sonntag unternehmen wir einen kleinen Radausflug in den Nachbarort, um die 700 Jahre alte und damit dickste Eiche Polens und die Kaiserresidenz mit angrenzendem Reitstall zu sehen. Auf der Weide grasen auch putzige Alpakas. Als wir am Radweg an der Küste wieder zurück kehren und die Wohnraumtür öffnen, ist Jill nicht mehr zu bändigen und drängt raus. Ich koche grüne Bohnen und Kartoffeln, die letzten Paradeiser werden zu Salat und wir genießen noch einen Strandtag. Mittlerweile ist auch das Visum für Franz fertig. So brauchen wir morgen nur noch das Fenster zu bekommen. Inzwischen genießen wir wieder einen schönen Sonnenuntergang. Am frühen Montag morgen fahren wir noch vor dem Frühstück zurück in die Stadt. 
Elblagl: Montag frühmorgens belagern wir wieder die Tankstelle mit der DHL Packstation. Der nette Angestellte erklärt sich bereit, bei der DHL Hotline wegen unseres Paketes nachzufragen. Wir erhalten zumindest eine Erklärung, warum unsere Fensterscheibe am Freitag nicht zugestellt wurde: Die Lieferadresse sei händisch eingetragen worden, anstatt automatisch in der SAP Anlage auszuwählen. Nun müssen wir reklamieren und das Packerl an eine andere Zustelladdresse umleiten lassen. So richtig verstehen können wir das nicht, wenn der Fehler jetzt gefunden wurde, könnte es ja direkt angeliefert werden, egal welche Adresse. Wir fragen auch, ob wir es nicht selbst abholen können. Das jedoch scheitert wiederum, weil im Lager kein Kundenschalter vorhanden ist. Auf jeden Fall wird heute wieder gewartet. Erst am Parkplatz bei der Markthalle, wo wir die Zeit wieder für Einkäufe nutzen. Wir beide brauchen kurze Hosen und das Obst und Gemüse Sortiment verlockt mich auch. Ich brate gleich an Ort und Stelle Pilze, Kartoffel und Zwiebel und Eier. Natürlich gibt es auch wieder Paradeiser als Salat. Kiwi und Erdbeeren werden mit frisch geschlagener Sahne genossen. Den restlichen Tag verbringen wir wieder am Fluss, wo auch unsere Mutzi ihre Ruhe hat. Abends parken wir lieber am Friedhof, dort steht heute neben den LKWs vom letzten Mal auch noch ein Pössl. Dienstag früh versuchen wir wieder unser Glück bei DHL. Ein anderer Angestellter als gestern meint, von der Interventionsabteilung sei noch kein Hinweis gekommen, er leitet wieder eine Intervention ein, ein neues Email mit einer neuen Interventionsnummer wird an uns geschickt. Wir sollen morgen wieder nachfragen. Wir rufen auch bei DHL Deutschland an. Bevor wir zu einem Bearbeiter kommen, müssen wir der KI die Sendungsnummer und andere Details mitteilen, und mehrmals wiederholen - die Minute des Telefonates kostet 60 Cent und das Gespräch zieht sich sehr in die Länge! Uns wird mitgeteilt, dass man sich kümmern wird. Warten müssen wir trotzdem! Wir fahren wieder zur Markthalle, Franz braucht Schuhe und Socken. Die Bäckerei hat auch wieder Gutes zu bieten. Den Nachmittag verbringen wir am Fluß mit Blick auf die Altstadt. Ich brate Gemüse und Champions, koche Reis und frische dicke Bohnen. Jill findet in der Wiese ihren Auslauf. Den Mittwoch verbringen wir auch mit Warten, von DHL gibt es nur die Aussage, dass wir uns das Paket nicht mehr zu einer Pickup Station schicken lassen können, sondern wir eine fixe Adresse angeben müssen. Bevor Langeweile aufkommt, experimentiere ich mit meinem kleinen Mixer und bereite selbst Hafermilch und Erdmandeldesert mit frischen Erdbeeren und Nussmus. 😋 Nachdem es am Donnerstag - also eine Woche nach Eintreffen des Paketes aus Deutschland - noch immer heisst, bitte warten, brechen wir die Aktion ab! Wir lassen das Fenster zurück schicken und setzen unsere Reise fort. 
Frombork: Wir halten hinter der großen Kathedrale und spazieren zum Wasserturm, den wir auch besteigen und später auch noch den Turm von Kopernikus. 
Mamonovo II Grenze Kaliningrad: Wir passieren die Grenze. Die polnischen Seite ist bald erledigt. Auf der russischen Seite gibt es unterhalb des normalen Schrankens einen Schlagbaum mit Eisenspitzen in ca. 10 cm Höhe. Hier werden unsere Dokumente samt Visa kontrolliert und wir weiter in die Spur 3. des nächsten Terminals geschickt. Dort empfängt uns eine hübsche Dame. Mit Hilfe einer deutsch sprechenden Frau, die auch über die Grenze will und neben uns in der Spur zwei steht werden wir zurück zum LKW Terminal geschickt. Da der Vario zulassungstechnisch zwar ein PKW, gewichtsmäßig jedoch einem LKW gleich kommt, müssen wir zum Terminal, wo eine Stiege mit Gang in ca. 4m Höhe und eine Grube in jeder Spur vorhanden sind. So können Dach und der Unterbau genau inspiriert werden. Zur Kontrolle unserer Person, kommt eine hübsche blonde junge Beamtin, die sehr gut Englisch spricht. Wir werden beide zum Schalter hinaus gebeten, damit von uns noch Fotos gemacht werden können. Aus Unachtsamkeit vergessen wir leider die Scheibe im Fahrerhaus zu schließen. Diese Gelegenheit nutzt unsere Jilli, um ihre Freiheit zu genießen. Sie rennt über alle Spuren und klettert sogar über den Grenzzaun. Franz läuft nach, tritt auch noch auf einen Eisenspitz, aber die Mutzi ist weg. Wir machen uns Vorwürfe, weil wir ja extra einen Transport Käfig gekauft hatten, aber unsere Mutzi hat solange gejammert, bis wir sie herausgenommen haben und gemeint, wir können schon genug aufpassen. Wir erklären der freundlichen Beamtin, dass die Katze wieder zurück kehrt, wenn das Fahrzeug hier bleiben darf. Für uns ist es wie ein Wunder, dass wir tatsächlich die Erlaubnis bekommen, zu bleiben und in Sichtweite der Kameras zu warten. Die Beamtin hat genau wie ich Tränen in den Augen. Nach weniger als einer halben Stunde - mittlerweile hat es sehr stark zu regnen begonnen - kommt unsere Ausreisserin wieder. Wir können es gar nicht fassen und freuen uns riesig. Der nächste Terminal dient zur Deklaration des Fahrzeuges. Wieder werden wir sehr freundlich und zuvorkommend behandelt. Wir bekommen sogar ein Formular in deutsch und man zeigt uns ein Muster. Der allerletzte Terminal ist sehr schnell passiert. Pässe werden nochmal begutachtet und der Wohnraum muss nochmal geöffnet werden. Dann heisst es "welcome in Russia" und die Schlagbäume öffnen sich. 
Kaliningrad: Den Schlafplatz finden wir neben einer Firma. Franz fragt den Portier, ob wir bleiben dürfen und verteilt Puntigamer Bier. Franz genießt den Speck vom Grabnerhof. Mir schmeckt mein Gemüse Linsen Eintopf. Mutzi geht spazieren. Der Abend Himmel färbt sich wunderbar und wir schlafen herrlich. Am nächsten Morgen werde ich das erste Mal um 4 Uhr wach, die Sonne scheint schon in ihrer vollen Pracht. Zunehmend füllt sich der Parkplatz und wir beschließen frühzeitig Platz zu machen. Der freundliche Pförtner winkt zum Abschied, ein Angestellter zeigt uns den Daumen nach oben. 
Da unser nächstes Ziel, das Fort Donhoff noch komplett abgeriegelt ist, weil es erst um 11 Uhr geöffnet wird, fahren wir in Richtung Stadtzentrum und parken bei einer Tankstelle, um zu frühstücken. Die Diesel- und Rubel Beschaffung gestaltet sich spannend. Unsere Karten funktionieren nicht, weder zum Tanken noch zum Bargeldbeheben. Ein Passant bietet uns sofort 500 Rubel zum Tausch an. Das Baltic Hotel ist unsere nächste Anlaufstelle, weil hier Camping angeboten wird. Leider wird der Platz gerade renoviert und das Geldwechseln und der Zugang zum Internet scheitern an der Sprachbarriere. Bei einer Bank können wir letztendlich Euro umtauschen und danach unsere Dieseltanks füllen. Bei 300 Liter zahlt es sich schon aus, wenn wir mal nur ca. 60 Cent pro Liter bezahlen müssen. Wir dürfen sogar am Rand der Lukoil parken, um mit dem Fahrrad auf Sightseeing zu gehen. Eine Angestellte ist auch so freundlich und verbindet unsere Handys mit ihrem Internet. Wir wundern uns immer mehr über die Hilfsbereitschaft. Unsere Highlights sind die Kantinsel mit dem Königsberger Dom, das Fischerdorf, das Bernsteinmuseum und letztendlich das Alte Haus, ein 500 Jahre altes Haus, das im Besitz von Herrn Grossmann war, der hier Obst verkauft hatte.



Jetzt ist ein entzückendes, altes Café untergebracht, wo Marzipan verkauft wird. Ins Museum dürften wir erst um 19 Uhr und so kaufe ich nur Marzipan und wir kehren zum Womo zurück. Wir wollten zwar noch ins Restaurant, doch das uns empfohlene ist ein reines Fischlokal. Ein englischsprechender Kellner ist aber so freundlich und bietet uns wieder sein eigenes Internet an, damit wir die Speisekarte übersetzen können. Aber wir wollen halt keinen Fisch.  
Schlafplatz am Strand: Das Finden eines Nacht Platzes gestaltet sich ohne P4N und bezüglich Sprachbarriere interessant. Im Internet finden wir zwar einige Glamping Plätze, doch extra dahin zu fahren, ohne zu wissen, ob das Übernachten für uns klappt, wollen wir nicht. Unser Maps me listet einige Vorschläge für Zeltplätze auf, doch bei genauerer Prüfung sind nur wenige Plätze für uns geeignet. Wir denken, vielleicht gibt es einen Restaurant Parkplatz mitten im Grünen, doch Freitag Abend sind die freien Plätze rar. In diesem Ort soll es hinter einem Hotel einen Campingplatz geben. Doch sowie es aussieht, sind alle Einfahrten verschlossen und es ist niemand anwesend. Gut dass wir vorher die Ankündigung eines Parkplatzes sehen. Dort können wir am Schranken ein Ticket ziehen und stehen solange wir wollen. Auf Nachfrage dürfen wir somit auch übernachten. Mutzi freut sich mit uns, es ist sehr ruhig und weitläufig genug. Da wir nicht zu den Königsberger Klöpsen gekommen sind, koche ich Pirogen aus Polen und verarbeite die letzte Paradeis, Avocado, Fermente und Oliven zu Salat. Anschließend unternehmen wir noch einen Spaziergang über die Dünen zum Strand. Es gibt einige neue sehr ansprechende Beachbars mit Hängesessel und Strandliegen. Abends fliegt ein Kamov, ein Hubschrauber mit zwei gegenläufigen Rotoren mehrere Runden. Irgendwann ist es dann komplett still, nur die starken Lichtstrahler beleuchten den gesamten Platz. Am nächsten Morgen hole ich eine Flasche Sand für meinen Enkelsohn und staune über die Kinder Rutschen im Süßwasser See. Beim Bezahlen des Park Tickets hilft uns wieder jemand. Weil unser 500 Rubel Schein immer ausgespuckt wird, wechselt er kurzentschlossen unseren Schein gegen einen neueren. Beim Königsbäcker kaufe ich zwei Sackerl Kekse um ca. 1 Euro und bei einer alten Frau, Jungzwiebeln, Jungknoblauch und ein kleines Glas Honig für ca. 3 Euro. An der kostenlosen Autobahn Richtung Kaliningrad verlocken bei einem Standl Marillen und sehr süße Kirschen. 
Gastankstelle: Unterwegs sehen wir noch Denkmale, aufwendige Fuß Übergänge und Goldkuppen Kirchen. Wir finden über Mapsme diese Gastankstelle, die meisten Tankstellen verkaufen nur Flaschen. Jetzt freuen wir uns über einen Gaspreis von ca. 30 EuroCent. Die Zufahrt erfolgt über eine Kopfsteinpflaster Rumpel Straße. Gegenüber gibt es eine Waschanlage, da können wir endlich auch unsere Wassertanks füllen. 2 Puntigamer Biere wechseln zum neuen Besitzer, der sich noch mehr freut, als er hört, dass das aus Österreich zu ihm gekommen ist. Gleich in der Nähe nutzen wir nochmal die Gelegenheit unsere Diesel Tanks zu füllen, bevor wir uns in die Grenzformalitäten stürzen. So unser Plan. In Wirklichkeit sehen wir einen Grenzübergang über die wunderschöne historische Luisenbrücke und einen westlich des Ortes an der Schnellstraße, ABER beide verriegelt! Uih erstmal bin ich schon schockiert, weil das die Haupttransitstrecke ins Baltikum ist. Doch dann erfahren wir, dass wir einen Umweg in Kauf nehmen müssen. Wir haben uns drauf verlassen, dass die direkte Nord Süd Transitroute offen ist und daher gar nicht informiert. Dadurch fahren wir nun eine wenig frequentierte Straße und noch länger durch die endlosen dichten grünen Wälder. Die Straße ist wechselhaft, von frisch asphaltiert über riesige Schlaglöcher und tiefer gesetzte Kanaldeckel. Die West - Ost Verbindung ist jedoch sehr gut ausgebaut inklusive der aufwändigen Fußübergänge. 
Nesterovskiy: Die Grenzformalitäten sind diesmal schneller erledigt, die Beamten wieder alle freundlich und sprechen gut Englisch. Jill ist zwar durch die ständigen Besuche genervt, aber wir haben sie unter Kontrolle. Niemand fragt nach ihrem Heimtierpass. Nach der Grenze parken wir erstmal und jausnen. Dabei setzt sich Franz auf seine neue Brille. Gut dass er sie mit einem Gummiringerl reparieren kann. 
Schlafplatz: Am Friedhof finden wir einen ruhigen Schlafplatz mit Auslauf für Jill. In der Früh starten wir gleich mal, um Strecke zu machen und frühstücken erst später. 
Gauja Nationalpark: Auf unserer Baltikum Reise 2015 haben wir ja schon viel von den drei Ländern bewundert, so suche ich ein Ziel, wo wir noch nie waren. Der Schlafplatz im Gauja Park ist schon sehr idyllisch. Ich koche Kraut - Möhren - Berglinsen - Nudeln und nach einer Rast spazieren wir noch um 21 Uhr Abends eine schöne Runde über Blockbohlen und nach ein paar Runden Backgammon schlafen wir sehr gut. 
Cesu: Gegen Mittag unternehmen wir einen Rundgang durch den alten Ort, erst sehen wir das Cesu Jauna Pils, das neue Schloß und gelangen zur SV. Jana Basnica, die weiße Johanniskirche. Am Rückweg zum Parkplatz sehen wir mehrere alte Villen und eine Kirche mit blauen Kuppeln. 
Talinn: Den Schlafplatz empfehlen uns Evi und James. Sie sind mit ihrer Nordkapp Reise fertig und setzen heute spät Abends von Helsinki über und wir hoffen, dass diesmal endlich ein Treffen stattfindet. Als wir den Platz erreichen, fällt uns gleich ein Linzer PKW mit Dachzelt auf. Ein junges Mädel richtet sich gerade häuslich ein. Sie möchte bis zu den Lofoten. Ich bewundere ihren Mut als ich höre wo sie schon überall war. Tatsächlich dürfen wir spät Abends noch Evi und James bei uns im Vario begrüßen. Am nächsten Tag sehen wir Frauen uns die Altstadt, das Kreativzentrum und die Markthalle mitsamt den Streetart Kunstwerken an.


Später suchen wir gemeinsam mit den Männern noch ein Lokal nahe der Markthalle auf, wo wir auf der Dachterrasse sitzen, ich mir Thaifood hole und die anderen drei Fish n chips. Wir haben uns sehr viel zu erzählen und die Zeit vergeht viel zu schnell. Die zweite Nacht am Stellplatz ist leider unruhig. Zum einen rumort ein Fahrzeug und zum anderen hören wir sehr laute Gespräche. Direkt neben uns steht ein Suzuki mit GU Kennzeichen. Dem Fahrzeug sieht man an, dass es gerade aus dem Gelände kommt! Mittwoch um 8 Uhr früh legt unser Schiff ab, Haustiere dürfen im Sommer aufgrund der entstehenden Wärme nicht im Fahrzeug bleiben. Jede Diskussion ist zwecklos. 
Helsinki: Pünktlich erreichen wir unser neues Ziel. Gleich in der Nähe des Fährhafens finden wir dank Evis Tipp einen tollen Parkplatz und so können wir uns gleich ins Sightseeing stürzen. Unser E Bike ist wieder hilfreich und so erreichen wir sehr schnell den Senatsplatz mit dem eindrücklichen weißen Dom. Weiter geht es über den schönen Bahnhof zur Kamppi Kapelle und zur Felsenkirche. Alle Sakralbauten sind kostenpflichtig, nur die gewaltige Uspenski Kathedrale am Hügel darf man ansehen, ohne zur Kassa gebeten zu werden. Bei den Marktstandeln stärkt sich Franz mit Fisch und Bratkartoffeln und holt sich noch ein paar Stück Mehlspeisen. Wir radeln die Katajanokka Halbinsel außen rum zurück zum Vario. 
Porvoo: Der Übernachtungsplatz ist wieder ein Tipp von Evi und James. Wir sind sehr dankbar. Jill kann endlich wieder nach Lust und Laune herum sausen. Ich koche Bohnscharl und bereite daraus einen Salat mit Paradeiser, Avocado, Zwiebel, Knobli, Radieschen und steirischem Kernöl. Danach naschen wir Kirschen, Erdbeeren und Pfirsiche. Nach 19 Uhr hört es auf zum Regnen und Franz packt nochmal die Räder aus und so können wir ins alte Porvoo radeln. Die bunten Holz Häuser im alten Kern und die Speicherhäuser am Fluss bezaubern. Als Abschluss radeln wir noch zum alten Bahnhof. 


Kotka: Hier finden wir einen herrlichen ruhigen Platz im Wald, wo wir ein paar Schritte hinunter zur Fischerhütte von Zar Alexander spazieren. Der Zutritt durch das geschnitzte Holztor zu den schönen Holzsteigen ist gratis. Wir bestaunen unsere ersten Stromschnellen auf dieser Reise. Eine Kapelle und einige weitere Hüttchen im Wald und ein Kaiser Café bestechen in der idyllischen Gegend. Wir kaufen uns Zimtrollen (2,50 pro Stück) und ein Stück Feta Spinat Quiche. Franz verlockt ein Hühnchen Strudel. Unterwegs sehen wir immer Wegweiser nach St. Petersburg. 
Lappenraanta Festung Linnoitus: Wir parken an der Festung und spazieren eine halbe Runde am Festungswall, von wo wir die Aussicht genießen und am Ende das kleine karelische Museum besuchen. Am Rückweg zum Womo sehen wir noch die älteste orthodoxe Kirche, bevor wir mit dem Vario die historische Straße durch ein Tor und gerade über den Hügel hinunter zur Sandburg und am Wasser entlang fahren. Wir sind überrascht von der Weitläufigkeit - Parkplatznot scheint es nirgends zu geben.

Lappenraanta Kanalmuseum: Der Parkplatz am Kanalmuseum ist ein schöner Übernachtungsplatz meint Mutzi und wir auch. Wir genießen die Ruhe, nur Mutzi ist um 3 Uhr morgens schon aktiv und drängt wieder in den Wald. Wir freuen uns, dass sie zum Frühstück wieder da ist, und wir unsere nächste Etappe starten können. 

Puumala: Kurz vor dem Ort halten wir an einem Parkplatz, um von der Aussicht auf den See Saimaa etwas mit zu bekommen. Unterwegs fallen die vielen Lupinien und die bunten Briefkästen auf. Wir sehen auch immer wieder Holzkästen. Ich nehme, dass das Minihofläden sind, doch jetzt alle leer. 

Savonlinna: Die ab 1475 errichtete Wasserburg Olavinlinna hat es uns angetan. Die gut erhaltene mittelalterliche Anlage besteht aus einer Vor- und Hauptburg und liegt auf einer Felsinsel. Eine Brücke verbindet sie mit einer weiteren Insel, die wiederum zur Stadt führt.  

Kerimäki: Hier zieht uns die größte Holzkirche der Welt an. Die Abmessungen sind 45 lang und 42 breit und bis zur Kuppel 37 m hoch und 1847 erbaut. Leider ist der hohe Turm geschlossen, sonst hätten wir noch eine wunderprächtige Aussicht obendrauf. Unten am Wasser findet Franz einen netten Platz zum Essen. Es gibt Käferbohnen mit Ziegenkäse vom Grabnerhof, Paprika, Paradeiser, Zwiebel und Knoblauch. Die Suppe mit Erbsen, Erdäpfel, Möhren und Buchweizen habe ich gestern Abend schon vorgekocht. Am Parkplatz gibt es sehr gutes Trinkwasser. Der Druck ist so stark, dass die Tanks im Nu voll sind. 


Heinävesi: Auf der Schlafplatz Suche kommen wir zu einer Sonnwendfeier. Viele elegant gekleidete Menschen strömen herbei. Es gäbe eine finnische Tanzvorführung und Essmöglichkeiten. Ruhe zum Schlafen würden wir nicht finden, so ziehen wir einige Kilometer weiter. 

Beim Schilift sind wir alleine und finden somit den heutigen Schlafplatz.  

Leppavirta: Zum Frühstück fahren wir ein paar Kilometer weiter und finden einen schönen Platz am Wasser. Bei 1/10 Wasserfläche ist das einfach. In Finnland werden 187 888 Seen mit einer Oberfläche von mehr als 500 m² gezählt. 309 Seen weisen eine Oberfläche von mehr als 10 m². Wir finden fast überall Parkplätze mit Zugang zum See.  

Über einen Waldweg erreichen wir einen kleinen Parkplatz, von wo wir die Orinoro Schlucht erwandern. Finnland besteht zu mehr als 70 % aus Wald, mehr als 60% ist in Privatbesitz. 

Kuopio: Erst halten wir am Puijo, dem Aussichtsturm. Man gelangt mit dem Aufzug auf knapp 300 m. Im oberen Ring kann man ein Dreh Restaurant und ein Café besuchen. Vom Café gelangt man zu Fuß auf die Aussichtsplattform. Franz holt sich im Café ein Nußgebäck und einen Häferlcafe und wir genießen die Rundumaussicht. Gleich daneben bestaunen wir die Sprungschanzen, auf die alte hölzerne kann ich hinaufsteigen. Unten im Ort ziehen mich Jugendstil Markthalle, Rathaus und das Kuopio Museumsgebäude an. Im Hafen könnte man mit einem Wasserflugzeug oder mit einem Schiff eine Runde über oder auf dem See unternehmen. 


Juuka: Unser heutiger Schlafplatz ist am Pielinen See. Abends habe ich noch herrliches Fotolicht bei spiegelglatter Oberfläche. Hier ist der Sonnenuntergang und - Aufgang gerade mal 4 Stunden von einander entfernt, obwohl wir noch ca. 400 Kilometer vom Polarkreis entfernt sind. Beim ABC Markt können wir zu vernünftigen Preisen Joghurt, Käse, Mehlspeisen und Brot einkaufen und im Restaurant Teil einen Spezial Schlüssel für zum Wassertanken holen. Frischwasser und Grauwasserablaß sind gratis. Wir lernen ein nettes finnisches Camper Paar kennen. Sie zeigen uns das Innere Ihres Ford Transits. Wir sind begeistert von Ihrem rollenden Heim und sie auch von unserem. Wir erfahren auch von 2 Facebook Gruppen wo man freie Stellplätze findet und ein Naturidyll zeigen sie uns auf der Karte. 

Nurmes:

Zuerst suchen wir den Hafenparkplatz. Auch hier finde ich es idyllisch. Es gibt Sandstrand, einige Stege ins angenehm temperierte Wasser. Die Waschmaschine laut P4N steht tatsächlich gratis zur Verfügung, aber man müsste die Wäsche zum Trocknen aufhängen, wir möchten jedoch zum Bomba Haus, um die karelische Gastronomie zu probieren. Es wird Buffet geboten, das sehr gut schmeckt, wenn es auch nicht typisch karelisch ist, bis auf das Teigschiffchen, das mit Eibutter bestrichen wird. Der Preis mit 28,50 Euro inkl. Saft, Wasser und Kaffee und Kuchen ist für den Norden in Ordnung, das Kozel Bier mit 9,60 Euro schon ein wenig hoch. Ich darf mich im Bomba Haus etwas umsehen, im dritten Stock ist ein kleines Museum untergebracht. Ich spaziere im karelischen Dorf herum und zum See hinunter. Es duftet herrlich nach Wald und gleichzeitig plätschert sanft das Wasser - eine schöne Kombination finde ich. Im Kunsthandwerkladen kaufe ich mir ein neues Stirnband, das hier in Nurmes fabriziert wurde. 

Hiidenportii Nationalpark: Hier unternehmen wir wieder eine kleine Wanderung zu einer Schlucht. Ca. 1 1/2 Stunden sind wir unterwegs und gehen teilweise mittels Holzbohlen über Schwarbeerstauden bzw. Torfböden und einige Stiegen in die Schlucht hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf. Die große Runde möchten wir nicht spazieren, weil die Mücken recht lästig sind. So kehren wir dieselbe Strecke wieder zurück. Beim Unterstand am Parkplatz findet man Schau Tafeln, wo ich lese, daß die großen Carnivoren wie Bären, Luchse und Wölfe nur selten zu sehen sind 🤭. Da bin ich aber sehr froh. Zum Übernachten fahren wir noch ein Stück weiter. Es ist ja noch lange hell. ☀️😀✌️ Franz meint, mit den größeren Reifen klappt das Wellblechpisten Fahren jetzt besser. 

Kajaani: Spät abends erreichen wir unser Etappenziel und plaudern noch mit unseren Mercedes Womo Nachbarn. Morgens überstellen wir den Vario in die Nähe des kleinen Teerkanals. Hier wurden die Teerfässer auf schlanken Booten befördert. Der historische Tervakanava wurde restauriert und ist voll funktionsfähig. Teer war für den Schiffbau nötig. Die Burgruine kann ich mittels Fußgänger Brücke erreichen. Gegenüber finde ich die Villa Koskikara, ein Gebäude das durch den Krieg unbeschädigt blieb und in dem schon der finnische Präsident Urho Kekkonen und der Sovjet Chef Leonid Brezhniew untergebracht wurden. Weiters gibt es ein hölzernes altes Rathaus, das nicht mehr verwendet wird und vom omnipräsenten Carl Ludwig Engel aus dem Jahr 1831 erbaut wurde. Und die schöne Holzkirche von 1896 mit den kunstvollen Schnitzereien. Hier finden heute noch Hochzeiten und Messen statt. 

Suomussalmi: Heute erreichen wir unseren Schlafplatz etwas früher. 😅Durch die endlos langen Tage sind wir versucht, immer länger unterwegs zu sein. Mutzi will aber auch raus und auf den Holzbohlen spazieren. Unterwegs hierher befinden wir uns auf der Via Karelia und sehen unsere ersten Rentiere auf dieser Reise. 

Hassa Nationalpark: Wir informieren uns im Besucherzentrum über die Felszeichnungen Värikallio, die hier die Hauptattraktion sind. Die Wanderung wäre 8 km, das ist Franz zu weit, alleine gehen mag ich heute nicht und das Boot fährt in einen Canyon, da sieht man jedoch die berühmten Zeichnungen nicht. Also kaufen wir die hier angebotenen Fleischkonserven und Beerenpulver und ziehen weiter. 

Posio:Die Keramikfabrik Pentek bietet ein Outlet und es gibt ein kleines Museum mit alten Sachen. 

Einen schönen Picknick Platz suchen wir auf um unsere Hauptmahlzeit zu genießen: Beerenpirogen aus Polen. Heute halten wir einige Male, um die schönen Rentiere zu beobachten. 

Kemijärvi: Unseren heutigen Schlafplatz möchten wir am Polarkreis haben, beim Schilift in Suomi ist es möglich. Einige Rentiere und ein anderer Camper teilen sich den riesigen Platz mit uns. Wir erleben zum ersten Mal die Mitternachtssonne. Es ist 24 h lang hell! Morgens grunzen Unmengen von Rentieren und ziehen zweimal an uns vorbei. 

Hier ist eine sehr lange genietete Eisenbahn Brücke über den Kemijoki und ein hölzerner Glockenturm = Kellotapuli aus dem Jahr 1774 zu sehen. Außerdem füllen wir ca. 260 Liter Diesel zu je 1,67 Euro. Der Kaliningrader Treibstoff geht langsam zur Neige. 

Sodankylä: Hier zieht uns die Vanha Kirkko an, die angeblich älteste Kirche Finnlands. Sie datiert aus dem Jahr 1689.

Vuotso: Hier finden wir einen ruhigen Schlafplatz am Fluss, einige andere Camper finden das auch. Hier oben ist die Camperdichte größer! Aber auch die Mückendichte! In der Nacht setze ich sogar die Mücken Haube auf, um Ruhe zu haben. Frühmorgens fahren wir vor dem Frühstück weiter, in der Hoffnung, dass es woanders besser ist. 

Tankavaara: Wir stellen uns auf den Tagesparkplatz und frühstücken erstmal. Danach mache ich einen Spaziergang durch das Goldgräberdorf. Hier könnte man auch Goldwaschen. Am angeschlossenen Camperstellplatz tummeln sich die Rentiere. 


Bärenhöhle: Vor Inari halten wir bei einem netten Café, von wo man die vielen Stufen hinauf zum Bärenfelsen steigen kann. Unterwegs sieht man einige Schau Tafeln, wo die Rauschebeeren und Krähbeeren beschrieben werden. Von deren Existenz hatte ich bisher noch keine Ahnung. Nach dem Felsen können wir noch weiter nach oben spazieren. Es ist ein Inari See Blick anvisiert, den wir schließlich nur sehr klein in weiter Ferne erspähen. Im Café gibt es ein Souvenirshop, wo ich für meinen lieben Enkelsohn ein Rentier erwerbe. Unterwegs treffen wir einen Schweizer Fahrradfahrer, er ist Anfang Mai losgeradelt und hatte bisher nur 3 ganze Regentage. Wir merken, wie stolz er auf seine Leistung ist, er ist ja schon nahezu 70 Jahre alt. 

Inari: Ich besuche das Kulturzentrum der Samen. Hier wird auch das Samenparlament abgehalten. Man findet schönes farbenfrohes Kunsthandwerk. Ganz in der Nähe befindet sich das Samenmuseum Siida. 

Wir möchten rasch in den Norden um den Mücken zu entkommen. Hier finden wir einen ruhigen Schlafplatz und hoffen, dass wir vor den kleinen Quälgeistern Ruhe haben. Ich brate Kohlsprossen und Karotten mit Erdnüssen, dazu gibt es Zucchini Couscous. Franz montiert im Alkovenbett ein Mückennetz und so schlafen wir gut. Nach dem Frühstück spaziere ich durch den mystischen Wald und finde die orthodoxe Kirche und ein Freilichtmuseum mit genähtem Boot. Ein wunderschöner Rentier Hirsch bewacht das Gelände. Zum Fotografieren bin ich zuerst zu überrascht und dann zu langsam. Bevor wir Finnland verlassen, sehen wir noch einmal die schöne Seenlandschaft.

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